Sie haben Ihre Online-Bekanntschaft zum ersten Mal zu sich nach Hause eingeladen und überlegen, welche Musik Sie zur Vervollständigung einer stimmungsvollen Atmosphäre wählen? Kaum einen Fehler können Sie mit ruhiger Klassik- oder Popmusik machen: Nicht umsonst verkaufen sich die Zusammenstellungen populärer Liebeslieder unter dem Titel "Kuschelrock" bereits seit Jahrzehnten massenhaft. Mittlerweile können Sie entsprechende Compilations in den Varianten Klassik, Jazz oder deutsche Songs wählen.
Außerdem haben französische Wissenschaftler der Université Bretagne-Sud herausgefunden, dass Liebeslieder Gemütsverfassung und Verhalten des Gegenübers signifikant beeinflussen können. Bei der Studie hat sich gezeigt, dass romantische Lieder bei Frauen positive Empfindungen erzeugen und sie aufgrund dessen wesentlich empfänglicher für einen Flirt machen.
Dass Musik zugleich in einem engen Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Idealen steht, beweist die Psychologin Carmen Wulf mit ihrer aktuellen Untersuchung zum historischen Wandel von Liebesliedtexten. Gerade in der heutigen Zeit sozialer Ungewissheit ersehnen viele Menschen emotionale Sicherheit, was auch die Liebeslieder widerspiegeln. Nicht ohne Grund beschreibt Herbert Grönemeyer 2003 das Bedürfnis nach einer glücklichen Partnerschaft als "eine sichere Prognose, das Prinzip Hoffnung". Mit entsprechender Musik geben Sie somit auch Ihren eigenen Träumen und Wünschen Ausdruck. Dass dieses auch einmal auf witzige Weise geschehen kann, beweist der geradezu prophetische 60er-Jahre-Schlager "Der Computer Nr. 3" von France Gall, der die Online-Partnersuche ironisch kommentiert. Ob sich ein solches Lied doch für das erste romantische Date eignet, bleibt fragwürdig: Nicht jeder hat zu diesem Zeitpunkt die notwendige Distanz, die Sehnsucht nach Liebe mit einem Augenzwinkern zu reflektieren.
Es klingt so romantisch, mit einer CD voller selbst ausgewählter Liebeslieder ein eindeutiges Signal der eigenen Zuneigung zu geben. Aber Vorsicht, nicht immer erzielt ein solches Präsent die erhofften Reaktionen. Insbesondere derjenige, der noch keine Klarheit über seine Gefühle hat, fühlt sich überrumpelt. So könnte "I Will Always Love You" oder "Eternal flame" beim ersten Date den anderen sicherlich überfordern.
Sie haben wochenlang E-Mails ausgetauscht und stundenlang telefoniert, haben aber bisher noch keine Ahnung, welche Art Songs Ihr Online-Kontaktpartner präferiert? Auch wenn der amerikanische Dichter Henry Wadsworth Longfellow im 19. Jahrhundert Musik als "gemeinsame Sprache der Menschheit" betitelt hat, sind unterschiedliche Vorlieben für Liebeslieder längst kein Hindernis für eine Partnerschaft. Dennoch: Es lohnt sich, bereits vor dem ersten Treffen den Musikgeschmack zu thematisieren; schon das PARSHIP-Profil gibt Ihnen ja einen ersten Einblick. Eine unliebsame Überraschung, dass Ihr potenzieller Traumpartner beispielsweise Volksmusik-Fan ist, während Sie Rock à la U2 hören, können Sie somit zumindest vermeiden. Letztendlich sollten Sie aber den musikalischen Interessen keinen überragenden Stellenwert bei der Partnersuche einräumen. Vielleicht mag Sie eine ausgefallene Vorliebe am Anfang irritieren; vielleicht lernen Sie aber auch unbekannte Musikrichtungen oder Liebeslieder kennen, an denen Sie schließlich gemeinsam Gefallen finden.