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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Xeshra
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    Alles ist Subjektiv? Was ist Objektiv?

    Jemand kritisierte meine objektiv ausgelegte Wahrheit. Ich argumentierte dass zwar grundsätzlich alles subjektiv ist, jedoch ist eine Qualität als Fakt objektiv zu bewerten.

    In diesem Sinne kann ich eine Qualität als objektive Wahrheit darstellen. Alles andere ist und bleibt leider subjektiv, deswegen wäre natürlich alles was ich sage automatisch wurmstichig. Nun ja, so gesehen könnte man ja jede noch so feste Erkenntnis oder Wissenschaft als subjektiv darstellen und somit gibts keinen brauchbaren gemeinsamen Nenner mehr sondern nur viele subjektive Wahrheiten.

    Philosophisch betrachtet erkenne ich da nur den kleinsten gemeinsamen Nenner, die Ignoranz, den grössten gemeinsamen Nenner, die Liebe und der faktisch gemeinsame Nenner, die Qualität. Das weil es subjektive Wahrheiten überschreiten kann. Eine Qualität ist in diesem Sinne die positive Materie im stabilsten Erhaltungszustand, eine Ignoranz ist eine Form der Auflösung und Liebe ist Verbindung, eins sein.

    Das Problem ist einfach, solange etwas im Zustand der subjektiven Wahrheit verweilt wird es angreifbar für andere Wahrheiden. OOps, ich machte gerade einen Fehler, laut Duden ist es unwahr aber ich könnte ja jetzt sagen dass es meine eigene Rechtschreibung ist und somit für mich wahr. Da kommt jedoch Sinn und Unsinn ins Spiel, also es macht keinen Sinn wenn alle ausser ich das Wort kaum lesen können nur weil ich jetzt als einziger für mich diese Rechtschreibung revidiert habe. Man könnte sich auch an juristische steife Standard-Wahrheiten festlegen, eine Standardisierung, und dadurch etwas als unverbiegbar deklarieren. Wobei jeder wissen sollte dass selbst Gesetze zum einen vage sein können ausserdem stets nur den Mächtigen wirklich dienen, für alle anderen ist es oft nur ein schöner Gesetzestext der nichts heissen muss.

    Wobei das jetzt sehr sachlich argumentiert ist. Wenn es zu Beziehungsfragen kommt dann wird alles so extrem subjektiv und relativ dass da jemand Luftschlösser bauen kann und es wird sich niemals mehr, abgesehen von Ignoranz, einen gemeinsamen Nenner finden lassen. Man kann nur akzeptieren dass es fast keinen gemeinsamen Nenner mehr gibt, Chaos natürlich perfekt.

    Es muss also in diesem Sinne gewissermassen eine Ordnung hergestellt werden wo eine gemeinsame Basis nivelliert wird, ansonsten wird man handlungsunfähig. Aus meiner Sicht ist einfach so, dass eine langsame Annäherung basierend auf Goodwill und akzeptierte Überzeugungen hergestellt werden sollte. Das macht ja die Liebe aus, man findet diesen gemeinsamen Nenner, ein ständiges und kontinuierliches Wachstum.

    Was meint ihr dazu? Wie geht ihr allgemein mit Diskrepanzen in Weltanschauungen um? Ich glaub, wenn ich keine Dampfnudeln im Beziehungsinventar habe dann werde ich noch viele Nüsse knacken müssen.
     
    12.03.2019 um 05:22 Uhr #1
  2. fafner
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    Manches kann man für sich ignorieren (wenn man's denn kann, die Flexibilität bringt halt nicht jeder...) und anderes paßt einfach gar nicht.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12.03.2019 um 11:45 Uhr
    12.03.2019 um 11:44 Uhr #2
  3. Bassrollo
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    Schwieriges Thema. Es gibt da sicherlich kein Patentrezept. Ich glaube aber mittlerweile, dass am Anfang schon eine Art körperlicher Bindung wichtig ist. Die Anziehung ist halt extrem wichtig. Freundschaften ohne körperliches kann ich ständig und überall kultivieren. Da gibt es auch kein Fremdgehen oder Beschränkungen. Freundschaften sind sowieso ein viel schöneres und freieres Konzept meiner Meinung nach. Bin ich immer sehr gut mit zurecht gekommen und hatte nicht diese Probleme, wie mit der festen Beziehung und der "Liebe".

    Bei der Liebe ist es halt eine Gradwanderung. Erst kennenlernen und später körprerlich geht meistens schief und endet in einer Freundschaft. Sofort körperliche Bindung aufbauen und nach einigen Monaten feststellen, dass es menschlich irgendwie doch nicht passt ist auch doof. Beim ersten Date knallharte und direkte Fragen, um zu prüfen, ob das Gegenüber passt, werden auch als unsexy angesehen. Es gibt da irgendwie keinen richtigen Weg. Dazu dann noch die Exklusivität, die Erwartung ewig zusammen zu sein, Heiraten, Kinder... alles sehr aufgeladen und deswegen geht es anscheinend auch so oft schief. Mein nächster Schritt wäre wohl gewesen, das Thema mal anders zu sehen. Fremdgehen bin ich aber weiterhin kein Fan von und könnte ich nicht so richtig akzeptieren.
    Ich bin allgemein sehr gespannt, wo die Gesellschaft mit dem Thema Liebesbeziehungen in den nächsten Jahren hinsteuern wird. So wie im Moment, kann es eigentlich nicht weitergehen. Es gibt einige, die beherrschen "Das Spiel" super und segeln von einer tollen, langen Beziehung zur nächsten und bereuen nichts. Aber ich glaube, das ist eine Minderheit.
     
    Zuletzt bearbeitet: 12.03.2019 um 16:34 Uhr
    12.03.2019 um 16:31 Uhr #3
    *Andrea* gefällt das.
  4. sy-alexa
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    Qualitäten überdauern oder zerlegen sich als Hochkultur, wenn die Hochkultur zu satt wurde. Aus dieser Übersättigung und Langeweile wird nicht nur m/w/d verordnet, um nur eines von absurden Gängelungen anzuführen. Insgesamt eine extreme mediale Überhöhung, die nicht nur auf die Gruppe “d” abstellt.

    Da ich an “d” und anderen Gruppen als Frau nicht interessiert bin, könnte es qualitativ eng werden. Aber war das nicht historisch schon immer so? Man ist umgeben mit Realität, bleibt human distanziert im täglichen Umgang mit Schwächeren und hält sich von Menschenmassen fern, denn “crowd control” ist keine einfache Sache. Ob in brennenden Fußballstadien, im öffentlichen Raum, oder bei humorlosen irgendwo aufgeschnappten Betrachtungen von verunsicherten Menschen, die heute +- 40 von Hippies groß gezogen wurden.

    Danke Kant, Konfuzius, Karl Lagerfeld für eure Inspirationen und angstfreien Statements.
     
    12.03.2019 um 20:08 Uhr #4
  5. fleurdelis*
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    Das wäre eine Form eines möglichen Dogmatismus, in dem Sinne, dass du davon ausgehst, dass alles was du sagst, wahr wäre und übersiehst dabei, dass deine Wahrheit nicht für andere genauso wahr ist/sein muss. Da wäre das Thema "Selbstgefälligkeit" wieder da .... Das würde aber auch erklären, warum in so vielen deiner Kommentaren deine Ansichten für dich unumstößlich sind, während andere das überhaupt nicht nachvollziehen können. Insofern die Frage: objektiv, subjektiv ... ein wenig fehl gerichtet.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13.03.2019 um 10:52 Uhr
    13.03.2019 um 10:34 Uhr #5
  6. pointsman
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    @Xeshra Die Idee von "sachlich" ist genauso schwierig wie die von "objektiv". Praktisch funktioniert das nur in eigenen Grenzen. Man kann sich darum bemühen, es ist aber immer Eigenleistung. Darüber hinaus muss man sowohl die eigene Subjektivität und Unsachlichkeit als auch die Anderer als unvermeidlich akzeptieren. Das hat wichtige Funktionen, die den Umgang miteinander ermöglichen.
    Es ist eher eine Frage des Ansatzes und dann halte ich den Versuch gegebenes, evolutionär entstandenes menschliches Verhalten über die Ratio zu überwinden für vergeblich.

    Man kann sich seine Mittel bewusst machen. Das ist nur zu einem Teil die Ratio, die gerne schon deshalb als schön empfunden wird, weil sie klare Regeln, Abhängigkeiten, ... zu versprechen scheint, man kann die Ratio aber als evolutionär späte Erscheinung betrachten, die die weiteren, nicht unbedingt bewussten "Mittel" erweiterter Komunikation nicht obsolet machen, vor allem ergänzen. Subjektivität und Unsachlichkeit bleiben weiterhin wichtig. Man kann versuchen es sich bewusst zu machen, es zu verstehen, es läuft insgesamt aber nur auf ein "Moderieren" eigener erweiterter, aber bereits vorhandener Kommunikation hinaus.

    Dafür ist man selbst verantwortlich, d.h. das was ich dem Anderen an Intellekt, Subjektivität, Unsachlichkeit, ... zumute. Das ist wichtiger als das Thema selbst, denn das will im Grunde nur verstanden und akzeptiert werden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13.03.2019 um 12:05 Uhr
    13.03.2019 um 12:03 Uhr #6
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    Da bin ich ganz bei Dir.
    praktisches Beispiel:
    George Clooney ist nicht mein Typ. Seine Qualitäten als Schauspieler überzeugen mich nicht.
    George Clooney ist objektiv (neutral) gesehen ein sehr attraktiver Mann. Seine Qualität in der Filmbranche, er ist ein gefragter Schauspieler.
     
    13.03.2019 um 12:08 Uhr #7
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    Verzeihung, liebe fleurdelis, deine Wahrheit @Xeshra betreffend, ist objektiv gesehen, (aus der neg. Qualität deines Kommentars "Selbstgefälligkeit") unsachlich und deine (subjektive)persönliche Meinung die du dir über Xe gebildet hast.
    Wer neutral und objektiv die Welt und die Menschen wahrnehmen kann, kann zumindest zwei Seiten in ein und der selben Person erkennen.

    Es gibt auch Menschen denen es gelingt, mehrere pos. Seiten (Qualitäten) an ein und dem selben Menschen zuerkennen.
    Diese Qualität nenne ich Herzensbildung.
     
    13.03.2019 um 12:39 Uhr #8
  9. fleurdelis*
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    Mein Kommentar bezog sich auf die Aussage von @Xeshra ... wenn du mir eine Beurteilung seiner Person unterstellst, muss ich dir antworten: Einerseits interessant dass du mir das zutraust ... übersteigt aber meine Kompetenzen.... Ich habe nirgendwo geschrieben dass @Xeshra selbstgefällig ist ... kannst du gerne nachprüfen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13.03.2019 um 13:19 Uhr
    13.03.2019 um 13:11 Uhr #9
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    mein Kommentar bezog sich auf Deine Aussage bzgl. Xe´s Beitrag
     
    Zuletzt bearbeitet: 13.03.2019 um 13:24 Uhr
    13.03.2019 um 13:21 Uhr #10
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    Sorry, ich habe keine Lust auf Haarspalterei, ich lese zwischen den Zeilen, subtile Entwertungen, fallen halt nicht gleich direkt jedem ins Auge.
    Das ist ganz genau meine subjektive Wahrnehmung. Objektiv und sachlich gesehen geht mich das nix an. Ist Xe´s Angelegenheit und ich misch mich schon wieder raus.
     
    Zuletzt bearbeitet: 13.03.2019 um 13:42 Uhr
    13.03.2019 um 13:37 Uhr #11
  12. Marlene
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    Ich sehe das so: Ignoranz ist das Trennende und kann nicht der "gemeinsame Nenner" sein, aber ich denke, ich verstehe schon, was Du meinst, @Xeshra ,. Ignoranz isoliert.
    Durch Annäherung im Verständnis und der Einstellung, dass alles seine Berechtigung hat. Für mich dann bis auf solches, was meinen ethischen Werten widerspricht. Das wären dann aber Extreme, die in den irgendwie gelagerten Gewaltbereich gehen und ganz fest verankert sind.
    Großzügig in Bezug auf das "Menschliche" zu sein, hilft auch enorm, und, das habe ich oft gemerkt, Humor befreit ungemein und gibt eine distanzierte Ebene, die einen dann wieder in das Gemeinsame verbindet.
     
    14.03.2019 um 08:23 Uhr #12
  13. Jackjack
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    Man kann nicht darüber schreiben und es unmissverständlich wiedergeben, schon garnicht über Subjektivität. Du fragst im endeffekt was bin ich. Fragen verarmen. Antworten und Meinungen sowieso. In subjektivität ist alles was sein kann enthalten.

    Am ehesten kann man vielleicht in die richtige Richtung zeigen wenn man sagt: es ist wie es ist zu jedem Zeitpunkt.

    Unser aller gemeinsamer Nenner. Also die Wahrheit, die Wirklichkeit ist etwas wie der Raum in dem es stattfindet. Oder der Umstand dass jeder von uns sein Leben erleben kann also Wahrnehmung.

    Es liegt in der Natur der Sache dass man es nicht direkt sagen kann weil man es niemals beweisen können wird.
     
    15.03.2019 um 12:00 Uhr #13
  14. Jackjack
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    Oder Meditation. Machst du Meditation bist du Subjekt. Du bist Subjekt ost irreführend das Subjekt hat keine Grenze dass es halten könnte aber ich nenne es jetzt so. Schaust du jemanden an wird er es oder sie zum Objekt deiner Wahrnehmung und jeder von uns definiert dann sein momentanes so sein darüber. Das Subjekt des anderen bleibt verborgen, genau wie das eigene, ich kann aber nur vermuten dass jeder von uns eine Ahnung davon hat dass es da ist. Aber wie gesagt man kann es nicht beweisen, es liegt in der Natur des Subjekts. Und ja auch dieser Text verarmt in erheblichem Maß
     
    15.03.2019 um 12:13 Uhr #14
  15. Xeshra
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    Das läuft am Ende auf "i agree to disagree" hinaus, ein Akt der Toleranz. In erweiterter Form würde ich sagen "i agree to cooperate", ein Akt der Liebe.

    Was ich interessant finde ist einfach wie mein letzter Kontakt das Problem gelöst hat. Nachdem ich als objektiv unhaltbar abgestempelt wurde kamen endlos juristische Texte welche etwas als unverrückbar darstellen ins Spiel. Genaugenommen sind Gesetze und Regelungen aber nichts anderes als ein gesellschaftlich anerkannter Glaubenssatz, so wie es auch jede Religion darstellen könnte. Hier wäre es eine Art Rechtsreligion wo der Text über richtig und falsch urteilt.
    In letzter Instanz kann ich auch nur noch einen ethischen Wert hochhalten, da es zumindest etwas universelles darstellt. Nicht so ein Glaubensatz noch rechtliches, das kann überall deutlich abweichen. Es kann also nur bei etwas rudimentärem, einer Ethik, eine gemeinsame Ebene erreichen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17.03.2019 um 17:43 Uhr
    17.03.2019 um 17:39 Uhr #15