1. akamausi

    akamausi

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    Ein Gedicht

    Was es ist

    Es ist Unsinn
    sagt die Vernunft
    Es ist was es ist
    sagt die Liebe

    Es ist Unglück
    sagt die Berechnung
    Es ist nichts als Schmerz
    sagt die Angst
    Es ist aussichtslos
    sagt die Einsicht
    Es ist was es ist
    sagt die Liebe

    Es ist lächerlich
    sagt der Stolz
    Es ist leichtsinnig
    sagt die Vorsicht
    Es ist unmöglich
    sagt die Erfahrung
    Es ist was es ist
    sagt die Liebe

    Erich Fried
     
    31.10.2012 #1
  2. Sophia_gelöscht

    Sophia_gelöscht

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    AW: Ein Gedicht

    Kein Gedicht, aber aus dem Gedächtnis zitiert -ein wie ich denke- auch kluges Wort:

    Einen Menschen lieben, heißt um ihn herum den Raum zu schaffen, in dem er er selbst sein darf.
     
    31.10.2012 #2
  3. Sophia_gelöscht

    Sophia_gelöscht

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    AW: Ein Gedicht

    der rat der rose

    I.
    glaube? ein rosenwildling
    das licht eines lächelns:
    flüchtig ach ja
    man baut
    kein bollwerk damit

    II
    bleib aufrecht
    rät die rose
    zeige dornen
    sei stolz

    beuge dich
    nur der liebe

    (Kurt Marti)
     
    31.10.2012 #3
  4. Polly

    Polly

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    AW: Ein Gedicht

    Liebe erblüht im Staunen einer Seele,
    die nichts erwartet und sie stirbt
    an der Enttäuschung des Ichs,
    das alles fordert.

    Gustave Flaubert
     
    31.10.2012 #4
  5. iceage

    iceage

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    Johann Wolfgang von Goethe

    Johann Wolfgang von Goethe befand sich in vornehmer Gesellschaft und wurde vom Sohn der Gastgeber wie folgt angesprochen:

    "Hochverehrter Herr Geheimrat, auch wenn Sie Deutschlands Dichterfürst sind, möchte ich Ihnen dennoch die Wette anbieten, dass ich Ihnen zwei Wörter sagen kann, aus denen selbst Sie keinen Reim machen können." Goethe antwortete: " Junger Mann, ich nehme diese Wette gerne an, nennen Sie mir die zwei Wörter."

    Der junge Mann antwortete: "Die zwei Wörter sind HAUSTÜRKLINGEL und MÄDCHENBUSEN."
    Nachdem Goethe sich einige Minuten zurückgezogen hatte, lieferte als Beweis dafür, dass er tatsächlich Deutschlands Dichterfürst sei, das folgende Gedicht:

    Die Haustürklingel an der Wand,
    der Mädchenbusen in der Hand
    sind beides Dinge wohlverwandt.
    Denn, wenn man beide leis' berührt,
    man innen drinnen deutlich spürt,
    dass unten draußen einer steht,
    der sehnsuchtsvoll nach Einlass fleht...



    Johann Wolfgang von G.


    *g*
     
    31.10.2012 #5
  6. Polly

    Polly

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    AW: Ein Gedicht

    @iceage
    Gab es zu Goethes Zeiten schon eine 'Klingel', so wie wir die heute kennen.... ;-)
    Wie auch immer, sehr nette Zeilen und ich mußte herzlich lachen. Danke :)
     
    01.11.2012 #6
  7. iceage

    iceage

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    AW: Ein Gedicht

    gut gebrüllt Löwe - Todesjahr von Goethe 1832 - Erfindung des "Wagnerschen Hamme" (erste elektrische Klingel 1836 :D
     
    01.11.2012 #7
  8. iceage

    iceage

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    AW: Ein Gedicht

    sorry - heißt Hammer
     
    01.11.2012 #8
  9. Polly

    Polly

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    AW: Ein Gedicht

    @iceage
    Also umschreiben auf Türklopfer ;-)
     
    01.11.2012 #9
  10. Polly

    Polly

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    AW: Ein Gedicht

    @iceage
    ... das passt hierzu: Ururgroßeltern von mir sind 1888 am gleichen Tag gestorben. Was passiert ist, ist nicht überliefert. Ein Neffe von mir meinte ernst, "...ein Autounfall". Wir haben uns alle köstlich amüsiert. Die Welt hat heute für einen 18-jährigen andere Dimensionen.
     
    01.11.2012 #10
  11. Kiss_slowly

    Kiss_slowly

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    kein Gedicht

    kein Gedicht, aber trotzdem wunderschön. Es gibt viele Fassungen davon im Netz, doch diese ist die schönste:

    Die Liebe und der Wahnsinn

    Es wird erzählt, dass alle Gefühle und Qualitäten des Menschen einmal ein Treffen hatten.
    Als die Langeweile zum dritten Mal gähnte, schlug der Wahnsinn vor: "Lasst uns Verstecken spielen."
    Die Intrige hob die Augenbraue und die Neugierde fragte: "Verstecken, was ist denn das?"
    "Das ist ein Spiel." sagte der Wahnsinn. "Ich schließe meine Augen und zähle von 1 bis 1.000. Inzwischen versteckt Ihr Euch. Wenn ich das Zählen beendet habe, wird der Letzte, den ich finde, meinen Platz einnehmen, um das Spiel fortzusetzen."
    Die Begeisterung und die Euphorie tanzten vor Freude. Die Freude machte so viele Sprünge, dass sie den letzten Schritt tat, um den Zweifel zu überzeugen und sogar die Gleichgültigkeit, die sonst an nichts Interesse zeigte, machte mit.
    Aber nicht alle wollten mitmachen: Die Wahrheit bevorzugte es sich nicht zu verstecken, wozu auch? Zum Schluss würde man sie immer entdecken und der Stolz meinte, dass es ein dummes Spiel wäre (im Grunde ärgerte er sich nur, dass die Idee nicht von ihm kam) und die Feigheit zog es vor, nichts zu riskieren.
    "Eins, zwei, drei,...", der Wahnsinn begann zu zählen.
    Als Erstes versteckte sich die Trägheit, die sich hinter den ersten Stein fallen ließ. Der Glaube stieg zum Himmel empor und die Eifersucht versteckte sich im Schatten des Triumphes, der es aus eigener Kraft geschafft hatte, bis zur höchsten Baumkrone zu gelangen.
    Die Großzügigkeit schaffte es kaum, sich selber zu verstecken, da sie bei allen Verstecken, die sie fand glaubte, ein wunderbares Versteck für einen ihrer Freunde gefunden zu haben: Ein kristallklarer See war ein wunderbares Versteck für die Schönheit. Eine dunkle Höhle, das war ein perfektes Versteck für die Angst. Der Flug eines Schmetterlings das beste Versteck für die Wollust. Ein Windstoß war großartig für die Freiheit. So versteckte sie sich letztlich selbst auf einem Sonnenstrahl.
    Der Egoismus dagegen fand von Anfang an einen sehr guten Ort, luftig und gemütlich, aber nur für ihn. Die Lüge versteckte sich auf dem Meeresgrund (stimmt nicht, in Wirklichkeit versteckte sie sich hinter dem Regenbogen). Die Leidenschaft und das Verlangen im Zentrum der Vulkane. Die Vergesslichkeit..., ich habe vergessen, wo sie sich versteckte, aber das ist auch nicht so wichtig.
    Als der Wahnsinn "999" zählte, hatte die Liebe noch kein Versteck gefunden. Alle Plätze schienen besetzt zu sein, bis sie den Rosenstrauch entdeckte und gerührt beschloss sich in der Blüte zu verstecken.
    "1000", zählte der Wahnsinn und begann zu suchen.
    Die Erste, die entdeckt wurde, war die Trägheit, nur drei Schritte vom ersten Stein entfernt. Danach hörte man den Glauben, der im Himmel mit Gott über Theologie diskutierte. Das Verlangen und die Leidenschaft hörte man im Vulkan vibrieren. In einem unachtsamen Moment fand der Wahnsinn die Eifersucht und so natürlich auch den Triumph. Den Egoismus brauchte er gar nicht zu suchen, ganz allein kam er aus seinem Versteck heraus, das sich als Bienennest entpuppt hatte.
    Vom vielen Laufen bekam der Wahnsinn Durst und als er sich dem See näherte, entdeckte er die Schönheit. Mit dem Zweifel war es noch einfacher, ihn entdeckte er auf einem Zaun sitzend, weil er sich nicht entscheiden konnte, auf welcher Seite er sich verstecken sollte. So fand er einen nach dem anderen, das Talent im frischen Gras und die Angst in einer dunklen Höhle.
    Nur die Liebe tauchte nirgendwo auf.
    Der Wahnsinn suchte sie überall. Auf jedem Baum, in jedem Bach dieses Planeten, auf jedem Berg und als er schon aufgeben wollte, erblickte er die Rosen.
    Mit einem Stöckchen fing er an, die Zweige zu bewegen, bis ein Schrei ertönte. Die Dornen hatten der Liebe die Augen ausgestochen.
    Der Wahnsinn war hilflos und wusste nicht, wie er seine Tat wieder gutmachen konnte. Er weinte und entschuldigte sich und er versprach ihr, für immer ihr Blindenführer zu sein.
    Seit dieser Zeit, seit zum ersten Mal auf Erden Verstecken gespielt wurde, ist die Liebe blind und der Wahnsinn immer ihr Begleiter.
     
    02.11.2012 #11
  12. Freitag

    Freitag

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    AW: Ein Gedicht

    Advent

    Es blaut die Nacht
    Die Sternlein blinken.
    Schneeflöcklein leise niedersinken.
    Auf Edeltännleins grünem Wipfel
    häuft sich ein kleiner weißer Zipfel.

    Und dort, vom Fenster her durchbricht
    den dunklen Tann' ein warmes Licht.
    Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
    die Försterin im Herrenzimmer.

    In dieser wunderschönen Nacht
    hat sie den Förster umgebracht.
    Er war ihr bei der Heimespflege
    seit langer Zeit schon sehr im Wege.

    So kam sie mit sich überein:
    Am Nicklausabend muß es sein.
    Und als das Rehlein ging zur Ruh',
    das Häslein tat die Augen zu,

    Erlegte sie - direkt von vor'n
    - den Gatten über Kimm' und Korn.
    Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
    zwei-, drei-, viermal die Schnuppernase.

    Und ruhet weiter süß im Dunkeln,
    Derweil die Sternlein traulich funkeln.
    Und in der guten Stube drinnen,
    da läuft des Försters Blut von hinnen.

    Nun muß die Försterin sich eilen,
    den Gatten sauber zu zerteilen.
    Schnell hat sie bis auf die Knochen
    nach Waidmanns Sitte aufgebrochen.

    Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied
    - was der Gemahl bisher vermied -
    Behält ein Teil Filet zurück,
    als festtägliches Bratenstück.

    Und packt zum Schluß - es geht auf vier -
    die Reste in Geschenkpapier.
    Da dröhnt's von fern wie Silberschellen.
    Im Dorfe hört man Hunde bellen.

    Wer ist's, der in so tiefer Nacht
    im Schnee noch seine Runde macht?
    Knecht Ruprecht kommt mit goldenem Schlitten
    auf einem Hirsch herangeritten!

    »Heh, gute Frau, habt ihr noch Sachen,
    die armen Menschen Freude machen?«
    Des Försters Haus ist tief verschneit,
    doch seine Frau steht schon bereit:

    »Die sechs Pakete, heil'ger Mann,
    's ist alles, was ich geben kann!«
    Die Silberschellen klingen leise.
    Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise.

    Im Försterhaus die Kerze brennt.
    Ein Sternlein blinkt: Es ist Advent.
     
    02.11.2012 #12
  13. Schreiberin

    Schreiberin

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    AW: Ein Gedicht

    Haha - es ist Freitag und Freitag ist wieder da ! Danke schön für die Belustigung ! Prüfung geschafft ?
     
    03.11.2012 #13
  14. Freitag

    Freitag

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    AW: Ein Gedicht

    es war mir ein vergnügen loriot zu zitieren :)
    prüfung geschafft, nun kann ich hier wieder mein unwesen treiben und die damenwelt zum lachen bringen:))
     
    03.11.2012 #14
  15. Foristin_gelöscht

    Foristin_gelöscht

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    AW: Ein Gedicht

    Hey, Glückwunsch!!
     
    03.11.2012 #15