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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Eulenspiegl
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    Gesellschaftsschicht

    Ich (44) bin seit gut einem Jahr mit einem Mann (52) liiert. Wir verstehen uns ins allen Bereichen gut, wir schwimmen auf einer Wellenlänge. Allerdings ist die Verbindung locker, er sagte immer, wir seien am aufbauen. Mir kam es etwas spanisch vor, dass eine gewisse Unverbindlichkeit nicht weiter ging. Vor zwei Wochen war ich auf einer Vernissage, ohne ihn, weil ich den Künstler privat kenne. Was ich nicht wusste, er war auch dort, aber in Begleitung. Ich stand ihm gegenüber und er hat mich distanziert begrüßt und es war ihm sichtlich unangenehm mich zu sehen. Mir hat es den Magen umgedreht, ich habe die Flucht ergriffen und bin nach Hause gegangen. Er hat mich danach angerufen, und wollte mir seine Situation erklären. Er sagte mir, dass diese Dame "die Frau an seiner Seite" wäre, und er öfters mit dem Gedanken gespielt hat, sie zu verlassen, wegen mir. Er würde mich sehr lieben und fände mich auch sehr interessant, aber letztendlich kann er von dieser Frau nicht weg weil, sie seinem gesellschaftlichen Status mehr entspricht. Deswegen sei er auch in unserer Beziehung nicht weiter gegangen. Er ist Akademiker, sie auch und ich bin es nicht. Ich habe ein kleines, angesehenes Unternehmen mit Angestellten, selbst aufgebaut, bin gesellschaftlich anerkannt, verdiene genug Geld, aber er meint, er würde in seiner Gesellschaft schräg angesehen werden, wenn er mit einer Nichtakademikerin auftauchen würde. Trotzdem möchte er nicht auf mich verzichten, aber ich habe einen Schlussstrich gezogen.

    Deshalb meine Frage hier im Forum, ist dieses Gedankengut, das Nichtakademiker nichts wert sind, immer noch so? Macht mich das zu einem wertloseren Menschen, obwohl ich beruflich erfolgreich bin, aber nicht studiert habe? Ich bin am Boden zerstört, weil ich eine lange Zeit angelogen wurde, weil das keine Liebe sein kann und ich mich als Mensch zweiter Klasse fühle.
     
    07.08.2018 #1
  2. 71Patra
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    Ohje...
    Der Mensch zweiter Klasse ist er!!!
    Er betrügt dich und "die Frau an seiner Seite" und hat euch beide nicht verdient!
    Wer sich so über Status und die Meinung anderer definiert, hat eine Profilneurose und erscheint mir eher als Sozialauthist.
    Lass ihn ziehen...
     
    08.08.2018 #2
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  3. Das tut mir sehr Leid für dich!
    Das muss eine große Enttäuschung und Kränkung gewesen sein.
    Nein, das ist nicht mehr so und auch gut so. Ich glaube ihm nicht, dass sein Umfeld daran Anstoß nehmen würde...
    Er hat ein Problem, mindestens eins.
    Mir fallen nur Beleidigungen ein, was er denn so studiert und an der Uni gelernt haben könnte. Deshalb höre ich hier lieber schnell auf... ;)
     
    08.08.2018 #3
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  4. t.b.d.
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    Dass Akademiker zuweilen recht dünkelhaft agieren ist nicht neu, trifft aber nur auf den Teil zu der gern unter sich bleiben darf.
     
    08.08.2018 #4
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  5. Saibot
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    Parship wirbt ja auch auf der Startseite mit einer "Akademikerquote". Da kann man schon das Gefühl bekommen, als Nicht-Akademiker weniger wert zu sein...
     
    Zuletzt bearbeitet: 08.08.2018
    08.08.2018 #5
  6. elbtexterin
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    liebe @Eulenspiegl, zunächst einmal: ich drücke dir die daumen, dass du diese traurige erfahrung bald hinter dir lassen kannst und gestärkt daraus hervorgehst.

    zum akademikerthema: ich hab studiert. komme aber aus einem nichtakademikerhaushalt. das war durchaus nicht immer lustig an der uni.also ja: es gibt leute, die sich gewaltig was drauf einbilden und entsprechend arrogant drauf sind. die einen spüren lassen, dass man nicht dazu gehört.

    es gibt aber auch ganz normale studierte mit bodenhaftung. dazu würde ich mich mal zählen. mein exmann war jedenfalls azubi, als ich ihn damals getroffen hatte. das war mir egal. wir haben unser ding gemacht. unsere freunde haben sich damit teils schwerer getan und waren teils voller vorurteile. es hat sich dann aber alles gut entwickelt. und über die jahre merke ich, dass es immer unwichtiger wird, ob man studiert hat oder nicht. nach 20 jahren im job ist das halt nicht mehr so im fokus wie früher. zum glück, finde ich. wo ich es wieder deutlich mehr spüre, ist halt bei ps. weil da ja viele drauf herumreiten.

    lass dich nicht davon verunsichern, was man(n) dir da gesagt hat. du bist beruflich erfolgreich. andere haben nen doktortitel. und fahren taxi.
     
    Zuletzt bearbeitet: 08.08.2018
    08.08.2018 #6
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  7. TruppenurseI
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    Er hat nicht gesagt, dass du nichts wert bist. Er hat lediglich zum Ausdruck gebracht, dass er für eine feste Partnerschaft jemanden auf Augenhöhe sucht, was er in dir nicht gegeben sieht. Daran ist nichts auszusetzen, die einen mögen nur Blondinen, die anderen nur welche mit schwarzen Strümpfen, oder mit einer Leidenschaft für Jazzmusik, andere suchen jemanden mit ähnlichem Background. Du wirst das wohl oder übel akzeptieren müssen, so hart wie es ist. Er scheint wohl sehr auf Sicherheit zu setzen und sucht daher seinesgleichen.
    So war es früher üblich, man blieb innerhalb seines Standes, in Indien ist es immer noch so, eine der tragenden Säulen einer Beziehung sind nun mal ähnliche Werte und ähnlicher Status.
     
    09.08.2018 #7
  8. TruppenurseI
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    Autisten haben gewisse Defizite, aber eine Rechtschreibschwäche ist mir bislang unbekannt.
     
    09.08.2018 #8
  9. zupfsalat
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    Deine Geschichte höre ich jetzt bestimmt zum zwanzigsten Mal ... Alpha-Ärsche, die sich zig Frauchen halten und sich dadurch quasi eine Dauerversorgung an Bestätigung sichern ... "Frauchen" deshalb, weil das natürlich keine selbstbewussten Frauen sind, sondern meist bedauernswerte, sehr unsichere Frauen, die sich genau aus diesem Grund solche Alpha-Ärsche suchen: weil die was haben, was ihnen fehlt.

    Dringender Tipp: arbeite an Deinem Selbstbewusstsein! Und dann schaffst Du es beim nächsten Mal vielleicht dem Typ im Beisein seiner "Liebsten" vor versammelter Mannschaft eine zu scheuern oder ihm wenigstens den Prosecco ins Gesicht zu schütten ...

    Sorry, aber ich kann Deine Frage nicht ernst nehmen. Ich bin nämlich sicher, dass sie rethorischer Natur ist. Du kennst die Antwort selbst!
     
    Zuletzt bearbeitet: 09.08.2018
    09.08.2018 #9
  10. lisalustig
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    Das Zweiklassendenken wird nie ganz aussterben..... Ob das hier der wirkliche Grund war? Man weiß es nicht.

    Es ist jedenfalls eine ganz miese Nummmer, die er da abgezogen hat. Du hast immer gemerkt, dass die Beziehung keine Tiefe und Verbindlichkeit erhielt. Auch nach einem Jahr nicht. Du warst seine Affäre und er hat Dich "bei Laune" gehalten (Status Beziehungsaufbau!). Nun musste er mit aktuellem Anlass Farbe bekennen. Er hat sich eindeutig entschieden, Du die Konsequenz daraus gezogen. Das ist furchtbar schlimm für Dich; aber Du hast jetzt Klarheit. Die Zeit wird die Wunden heilen - hört sich platt an, ist aber so. Beim nächsten Mann wirst Du genauer hinschauen und hinhören. Und wenn er rumeiert, wirst du Dich nicht wieder einwickeln lassen. Alles Gute für Dich. ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 09.08.2018
    09.08.2018 #10
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  11. Rakkaus
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    Das ist doch totaler Blödsinn. Ein Fremdgeher, der eine Ausrede sucht und vermutlich denkt, dass er Dich damit weniger verletzt als mit anderem.
    Unmöglich!
     
    09.08.2018 #11
  12. nonamespls
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    Ich würde sagen, dass es immer weniger wird. Leider ist es aber noch immer und häufig, anzutreffen.
     
    09.08.2018 #12
  13. fafner
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    Unvermeidbar. Völlig richtig.
    "Nichts wert" wird meistens nicht geschrieben, sondern so was wie "ich kann nur mit Akademikern". Kommt auch hier immer wieder vor. Zuletzt war mir das bei @D.VE aufgefallen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 09.08.2018
    09.08.2018 #13
  14. Fraunette
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    Ich als Nichtakademikerin arbeite an einer Hochschule und habe dadurch natürlich viel mit Akademikern zu tun. Viele Akademiker haben anscheinend keine gute Kinderstube genossen, sind nur freundlich oder nehmen einen (Nichtakademiker) nur dann wahr, wenn sie etwas von einem wollen. Dann können sie einem sogar förmlich in den Hintern kri...en.
    Ein Beispiel: Ein "Akademiker"-Kollege, der sein Büro auf dem gleichen Flur hat, mit dem ich bereits mehrfach an verschiedenen Projekten gearbeitet habe, weiß meinen Namen bis heute nicht. Als er vor kurzem meiner Kollegin eine Frage gestellt hat, hat meine Kollegin ihm gesagt, er möge bitte Frau ### (mein Name) fragen. Darauf er: Wer ist das denn?
    Eine Woche vorher war er noch in meinem Büro, weil er Infos von mir brauchte.

    Was ich viel schlimmer finde ist, dass es viele Akademiker gibt, die nicht in der Lage sind, über ihren eigenen Tellerrand hinaus zu gucken. Oft keine Ahnung vom "normalen" Leben haben und in praktischen Dingen oft total versagen.
    Ich könnte jetzt eine Fülle von Beispielen bringen, würde diesen Rahmen aber total sprengen. Ich weiß absolut nicht, worauf sich der ein oder andere Akademiker etwas einbildet oder sich mit dem "niederen" Volk nicht abgeben möchte.
    Darüber mache ich mir mittlerweile aber auch keine Gedanken mehr. "Diese Art" von Akademikern darf gerne unter sich bleiben und weiterhin nur auf ihre beschränkten Tellerchen gucken.

    Edit: Ich habe aber auch viele wirklich nette studierte Kollegen. ;)
     
    Zuletzt bearbeitet: 09.08.2018
    09.08.2018 #14
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  15. elbtexterin
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    ja, solche pauschalaussagen sind halt generell blöd. ganz besonders schlimm finde ich akademiker, die mir gegenüber (da ich ja eine von "ihnen" bin) das lästern über nichtakademiker anfangen, die ja unter ihrer würde seien. sowas gibt es leider wirklich. ich verabschiede mich dann immer ganz schnell :D
     
    09.08.2018 #15
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