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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
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  1. Liebe und Abhängigkeit

    Ich bin heute über folgende Sätze gestolpert:

    "Lieben können ist ein Geschenk, wir können nicht lieben durch Entschluss oder Willensakt".

    Klar soweit ...

    "Lieben kann ich, wenn ich mich frei fühle, meine Gefühle zu zeigen.... "

    Hört sich gut an ... Aber:

    "und zugleich, meine relative Abhängigkeit vom geliebten Menschen akzeptieren kann" ...

    Nee, kann ich nicht.... ich kann gar keine relative Abhängigkeit zu jemandem akzeptieren.... Und nu? :) ... Also es geht nicht um mich ... mich würde interessieren, wie einige von euch das mit "relativer Abhängigkeit zum geliebten Menschen" deuten, sehen oder verstehen ....
     
    23.03.2019 #1
  2. Rise&Shine
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    Also ich würde „relative Abhängigkeit“ spontan so definieren, dass ich mich ein Stück weit, wenn ich mich fallen und auf jemanden einlasse, in dessen Hände begebe und darauf vertraue, dass er gut mit dem ihm entgegengebrachten Vertrauen und meiner Liebe und Zuneigung umgeht, sie also würdigt, wertschätzt und kein Schindluder damit oder mit mir treibt. Auf dieses Vertrauen bin ich angewiesen, evt. bedeutet dies die relative Abhängigkeit.

    Aber wenn ich mich in diese Situation begebe und somit die „Gefahr“ / relative Abhängigkeit (in welcher Form auch immer) zulasse, dann muss ich diese auch akzeptieren.

    Geben und Nehmen.
    (Ist das nicht auch eine relative Abhängigkeit?)
     
    Zuletzt bearbeitet: 23.03.2019
    23.03.2019 #2
    SoulFood, himbeermond, Lilith888 und 4 anderen gefällt das.
  3. ... daran habe ich gar nicht gedacht ... aber den Gedanken finde ich richtig gut ... Herzlichen Dank ... :)
     
    23.03.2019 #3
  4. Traumichnich
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    @Rise&Shine hat IMVHO das Wesentliche ja schon geschrieben.

    Man könnte vielleicht noch unterscheiden in "gute" und "schlechte" Abhängigkeit : Solange ich mich dabei wohl fühle und es mir gut tut, ist sie "gut".

    Andernfalls ... :(

    Ich denke, wir sind uns einig, daß es Letztere zu vermeiden gilt.
     
    23.03.2019 #4
    himbeermond, LC85 und Rise&Shine gefällt das.
  5. Wie ist denn das nach einer Trennung?
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 23.03.2019
    23.03.2019 #5
  6. Traumichnich
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    Genauso. :(
     
    24.03.2019 #6
  7. Denkst du denn, die Art der Abhängigkeit nach der Trennung hatte schon in derjenigen während der Beziehung ihre Wurzeln?
     
    24.03.2019 #7
  8. himbeermond
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    Ich glaube bei manchen zeigt sich erst dann, ob es eine gute oder nicht so gute Anhängigkeit war.

    Ich stelle mal den Gedanken in den Raum, dass sich für manche/n erst dann offenbart, dass die wohlige Abhängigkeit tatsächlich eine sehr ungute Abhängigkeit war, aus der man auch nach der Trennung nicht so einfach herausfindet - und die gerne mit Liebe verwechselt wird.
     
    24.03.2019 #8
    Fraunette gefällt das.
  9. Traumichnich
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    Ein gutes Bild !

    Um Deine Frage zu beantworten : Definitiv.

    In so einer Beziehung wächst etwas, wachsen 2 Individuen zusammen. Sie sind zwar noch jede/r ein Individuum, aber gleichwohl mit einander verbunden, und je intensiver und länger die Beziehung war, desto stärker und verflochtener ist die Verbindung.

    Wir das auseinandergerissen, entstehen zwandläufig Verletzungen, selbst wenn man noch so vorsichtig versucht, die Verbindungen wieder zu lösen. Das tut weh.

    Bei manchen heilen diese unausweichlichen Verletzungen schnell(er), bei anderen langsam(er).
     
    24.03.2019 #9
  10. Traumichnich
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    Das mag es geben, ist aber nicht das was ich meine.

    Ich denkeeher, daß das 2 verschiedene Abhängigkeiten sind, die - wie @*Andrea* es so schön nannte - eine gemeinsame Wurzel haben, letztlich aber verschiedene Pflanzen sind.

    Um im Bild zu bleiben : Ein (bösartiger ?) Ableger ?
     
    24.03.2019 #10
  11. @Traumichnich
    Ich wünsche dir von Herzen, dass deine Verletzungen heilen.
     
    24.03.2019 #11
  12. Irma10
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    "Lieben kann ich, wenn ich mich frei fühle, meine Gefühle zu zeigen und zugleich, meine relative Abhängigkeit vom geliebten Menschen akzeptieren kann" ...


    In jeder Beziehung besteht eine Abhängigkeit. Mit jedem Blick und jeder Geste, jeder Handlung und jedem Wort, dass ich an eine andere Person richte, lasse ich mich auf diese ein, trete in Beziehung und ich mache mich abhängig. Wie stark die Abhängigkeit ist und wieviel Gutes und wieviel Schaden ich daraus erhalte, hängt meines Erachtens von meinen eigenen Möglichkeiten ab. Den Möglichkeiten, die mich in die Lage versetzen ein eigenes Leben - auch allein und erfüllt - zu führen. Ich begebe mich ja dann in eine Beziehung (und Abhängigkeit), wenn ich Vertrauen habe. Wenn mein Vertrauen groß genug ist. Und die Erfahrung, dass ich verletzt werde und es mich schmerzt, bedeutet, dass ich gliebt habe und lebe.
    Dies gilt auch immer für mein Gegenüber.
    .
     
    24.03.2019 #12
  13. Howlith
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    Ich kann es nicht verhindern, aber auf meiner Stirn bilden sich tiefe Falten des Zweifels.

    Wenn ich mir so anschaue, wie viele Menschen an der Liebe verzweifeln und zerbrechen, würde ich nicht unbedingt von einem Geschenk sprechen. Zumindest nicht immer.

    Vielleicht ist das Problem, dass wir diesem Gefühl "Liebe" insgesamt einen zu hohen Stellenwert einräumen. (Provokant formuliert ...)

    Auch der umgekehrte Fall sollte bedacht werden: "Lieben kann ich, weil ich meine Gefühle nicht (immer) zeigen muss ..."

    Mir scheint, ein Teufelskreis. Du sagst, Liebe lässt sich nicht beeinflussen, also führt Liebe zu Abhängigkeit, aber Abhängigkeit, das will ich nicht, also kann/darf ich nicht lieben. Vereinfacht formuliert. Richtig ??

    Ja, und nu ???

    Vielleicht wäre es ein guter Ansatz, sich zu fragen, ob man "der Liebe" wirklich so hilflos ausgeliefert ist ... oder ob man sich doch nur zu gerne diesem Gefühl des verliebt-seins einfach ausliefert, nur um später nicht die Verantwortung übernehmen zu müssen.

    (Provozierend formuliert, dem Rotwein sein dank ...) ;-))
     
    24.03.2019 #13
    Bassrollo und fleurdelis* gefällt das.
  14. Genau deswegen bin ich an dem Satz mit der "relativen Abhängigkeit" ins Stocken geraten ...

    Das war ja so in etwa meine "Panik" ... aber durch den Kommentar von @Rise&Shine ist mir ein Licht aufgegangen ... :) ... Hahaa! ... Es geht in dem Falle doch nicht um den eigenen Fokus, weil das wäre das was mich zum verzweifeln bringen würde, in Punkto Abhängigkeit ... Nee, es geht doch auch darum: wie geht der andere mit meinen Gefühlen, die ich offenbart habe, um. Und wenn der die gegen die Wand donnert, und wenn sie auf dem Boden liegen noch drauf tritt .... wäre das die "relative Abhängigkeit" wie ich weiter verfahre. Sprich: wenn meine Gefühle nicht nur nicht geachtet, sondern auch missachtet werden, verpufft doch eine "Blase" aus meinen Gefühlen ... dann geht da die Luft raus.

    Wenn ich merke meine Gefühle werden erwidert ... Hach .. dann liefere ich mich doch gerne aus ... wenn sie nicht erwidert werden, dann verebben doch die Gefühle, schon alleine aus dem Grund. Also ich meine, wenn ich den Fokus mal von mir weg nehme.

    Verantwortung übernehmen: wenn Gefühle von beiden Seiten da sind, doch gerne.

    .... zum Wohl ... :)
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 24.03.2019
    24.03.2019 #14
    Traumichnich gefällt das.
  15. Victor
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    Jeder Mensch hat einen freien Willen und entscheidet selber ob er bei einer anderen Person bleiben will oder nicht. Das sind die Tatsachen und ich seh nicht ein, wie eine abstrakte Vorstellung namens Liebe etwas daran ändern könnte.

    Ich kann mir ja auch etwas ausdenken und es Liebe nennen, aber die Welt richtet sich trotzdem nicht nach meinen Vorstellungen. Wäre es nicht einfacher, das gänzlich bleiben zu lassen und einfach zu schauen, was uns diese Welt tatsächlich bietet?
     
    Zuletzt bearbeitet: 25.03.2019
    25.03.2019 #15
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