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Keine Lust mehr auf das Single-Leben?
  1. Luna19
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    Übergangspartner

    Hallo,

    Es gibt zahlreiche Hinweise und Tipps woran man erkennt, dass man sich einen sogenannten Übergangspartner geangelt hat. Ich hab vieles durch, würde aber trotzdem gerne noch eine Meinung einholen.

    Mein Mann ist im Anfang letzten Jahres ausgezogen und nach etwas hin und her sind wir seit 7 Monaten wirklich getrennt. Der Scheidungstermin ist in 2 Wochen und ich will das mittlerweile auch endlich hinter mir haben.

    Vor gut 2 Wochen hat sich ein neuer Mann in mein Leben "geschummelt". Ich mag ihn sehr und wir genießen die gemeinsame Zeit. Ich steh halt eher so auf "ewige Liebe" und hab Angst, mir "nur" einen Lückenbüßer geangelt zu haben. Das will ich weder ihm noch mir antun. Ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass die erste Beziehung nach (in meinem Fall) 10-jähriger Ehe zum Scheitern verurteilt ist? Oder kommt es letztendlich darauf an, ob man lange genug gewartet hat, bis man sich wieder verliebt?
     
    08.02.2019 #1
  2. Markus Ernst
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    Hallo Luna19,

    es mag häufig so sein, dass die erste Beziehung nach einer langen Partnerschaft, die zu Ende gegangen ist, scheitert. Allerdings nicht deshalb, weil dem eine Gesetzmäßigkeit zugrunde liegt, sondern weil viele Menschen sich gerne in eine neue Beziehung stürzen, ohne die beendete Partnerschaft verarbeitet zu haben. Ist ja auch verlockend, bringt einen auf andere Gedanken und stärkt das Selbstwertgefühl. Problem: es bleibt keine Zeit dafür, das eigene Verhalten in der letzten Beziehung zu reflektieren, eigene Erkenntnisse daraus zu ziehen und sich weiter zu entwickeln. Oft ist es dann so, dass – früher oder später - auch in der neuen Beziehung ganz ähnliche Probleme auftauchen wie in der Vergangenheit. In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich die Frage, woran man merken kann, ob man wieder bereit für eine neue Beziehung ist.

    Wie lange und wie intensiv war die Verbindung – wer hat die Partnerschaft beendet? Wichtige Anhaltspunkte, da sich hieraus Auswirkungen auf die Art und Dauer der Verarbeitung ergeben. Individuell bestehen hier große Unterschiede, auch in Abhängigkeit davon, ob man "der Verlassene" ist oder "der Verlassende" war. Letzterer hatte meist mehr Zeit, sich auf die Trennung vorzubereiten und fühlte sich als aktiver Part der Situation weniger ausgeliefert. Weiter spielt natürlich auch die Länge und Intensität der vergangenen Beziehung eine Rolle, genauso wie die Art der Trennung.

    Um hier Klarheit zu erhalten, kann das 4-Phasenmodell helfen. Meist gelingt es, sich anhand dieses Modells selber ganz gut einzuschätzen. Phase 1: Mit der Trennung vom Partner wird häufig zunächst ein Zustand des "Nicht-Wahrhaben-Wollens" beschrieben. Der Betroffene ist schockiert, fühlt sich empfindungslos. Gefolgt von der zweiten Phase: Emotionen brechen auf, Wut, Trauer, Angst oder Enttäuschung kommt an die Oberfläche. Phase 3 ist gekennzeichnet durch Konsolidierung, der Verlust wird verinnerlicht und sukzessive akzeptiert. In der letzten Phase ist die Trennung soweit verarbeitet, dass neue Rollen, Verhaltensmöglichkeiten und Lebensstile entwickelt werden können. Der Blick ist wieder nach vorne gerichtet. Ab diesem Stadium können auch wieder Beziehungen entstehen, die auf einem stabilen emotionalen Fundament stehen.

    Die einzelnen Stadien können sehr unterschiedlich lange Zeiträume in Anspruch genommen haben. Man kann keine generellen Zeitvorgaben für das Durchlaufen der einzelnen Phasen des Modells aufstellen. Hier gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede und Abhängigkeiten von der Verfügbarkeit des sozialen Austauschs sowie der eigenen Fähigkeit und Übung, die eigene Situation zu reflektieren.

    Herzliche Grüße und alles Gute,
    Markus Ernst
     
    11.02.2019 #2
    Luna19 und Pablo Neruda gefällt das.
  3. Pablo Neruda
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    Ich kann Markus zustimmen. Es hängt stark davon ab, ob man die vorherige Beziehung verarbeitet hat. Damit meine ich auch die Rolle des Ex-Partners. Bei meiner letzten Beziehung war das leider ein großes Problem. Der Ex-Partner hat eine ungewollt dominante Rolle gespielt, da er das Ende der Beziehung nicht verkraftet hat. Zudem hat diese Beziehung Spuren hinterlassen, die meine Partnerin erst noch verarbeiten muss. Unter diesen Rahmenbedingungen war keine Beziehung möglich. Daher kann ich nur raten eine Beziehung einzugehen, wenn man a) die alte Beziehung verarbeitet hat und psychisch nicht mehr in Mitleidenschaft gezogen wurde, sowie b) der Ex-Partner die neue Beziehung nicht stört und c) der neue Partner auch seine alte Beziehung verarbeitet hat. Wenn jemand über 10 Jahre verheiratet war und es eine intensive Beziehung war, dann dauert das etwas. Wie lange ist natürlich von Fall zu Fall unterschiedlich.
     
    11.02.2019 #3
    Mentalista gefällt das.
  4. luckilucki
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    Man(n) kann auch 12 Jahre lang Übergangspartner einer Frau sein, die es nur auf Kinderwunsch und Abfindungszahlung abgesehen hat. Die Regel ist also sehr dehnbar.

    Ob die erste Beziehung zwangsläufig scheitern muss, weiss ich nicht. Ich befürchte es aber. Mich hat schockiert, dass ein geschiedener Freund von seiner Ex gesprochen hat und damit nicht die Mutter seiner Kinder meinte, sondern eine Episode nach der Scheidung. Dem wollte ich aus dem Weg gehen und bin jetzt solo. Ist natürlich blöd.

    Es gibt aber auch noch die Möglichkeit, sich in ein Abenteuer zu stürzen von dem man weiss, dass es nur ein Abenteuer ist. Wenn das vorbei ist, hast du deine erste kaputte Beziehung nach der Scheidung. Der Regel ist Genüge getan und die nächste Beziehung wird ewig halten. ... glaube ich zumindest und ich sammle kleine rosa Einhörner :)
     
    11.02.2019 #4
  5. Luna19
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    Ich bin in diesem Fall die Verlassene.
    Letztes Jahr war wirklich schlimm. Ich hab geheult ohne Ende (was ja schon für Phase 2 spricht?). Ich wollte nie eine geschiedene Frau sein, aber eine Zukunft mit meinem Ex-Mann seh ich auch nicht mehr. Zwischendurch dachte ich mal, ich sei verknallt in einen alten Bekannten - ich hatte aber keinerlei Affäre/Beziehung/... mit ihm.
    Mittlerweile kümmere ich mich wieder um die Hausrenovierung (die zwischendurch mangels Interesse meines Ex-Mannes eingeschlafen ist) und freue mich, dass ich endlich alles so machen kann, wie ich es will.

    In erster Linie denk ich immer positiv. - Hoffentlich liegt es nicht an der rosaroten Brille oder Einhorn :)
     
    12.02.2019 #5
  6. Mentalista
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    [QUOTE="luckilucki, post: 411423, member: 23804" Der Regel ist Genüge getan und die nächste Beziehung wird ewig halten. ... glaube ich zumindest und ich sammle kleine rosa Einhörner :)[/QUOTE]

    Naja, ist schon was dran, dass nach der Trennung erstmal eine Frau kommen muss, die als Übergangsfrau/Trösterin genommen wird. Ist mittels dieser Frau die Ehe usw. geheilt, wird die Beziehung dann zu Ende gehen, weil Mann sich gestärkt, geheilt auf was neues frisches, jüngeren einlassen will, oder die Übergangsfrau ihren "Missbrauch" kapiert hat und die Beziehung von selber beendet.
     
    14.02.2019 #6