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Partnerschaft

Einsamkeit in der Beziehung: Wenn sich die Partnerschaft wie Single-Sein anfühlt

Manche Paare sind sich so innig verbunden, dass sie wie miteinander verwachsen wirken. Das Glück solch einer Partnerschaft teilen leider nicht alle. Manche fühlen sich viel eher einsam, ungesehen und ungeliebt – trotz Beziehung. Um diese ungesunde Beziehungsform aufzulösen, erfordert es einiges an Kommunikation zwischen den Liebenden.

Einsamkeit in der Beziehung - Einsamkeitsgefühle in der Partnerschaft © iStock

Oft hapert es schon an der verbindlichen Definition von Einsamkeit. Was für den einen eine recht angenehme Art einer lockeren Beziehung ist, kann für den anderen vergleichsweise gefühlskalt und verletzend wirken. Manch einer braucht nämlich das zärtliche Streicheln zwischendurch, liebende Worte oder ein von Herzen gemeintes „Geht’s dir gut?“. Unverbindliche Freundlichkeit wie zwischen guten Bekannten dagegen ohne echte und ernstgemeinte Anteilnahme, verstärkt nur das Gefühl, nicht gesehen zu werden.

Dann stellt sich das Gefühl der Einsamkeit ein und Zweifel an der Tiefe der Liebe werden laut.

Fehlende soziale Verbindungen zu anderen Personen und das Gefühl, in der Partnerschaft nicht ausreichend beachtet und gesehen zu werden, kann sogar regelrecht krank machen.

Körperliche Symptome von Einsamkeit sind:

  • Einschlaf- und Durchschlafschwierigkeiten
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Nervosität
  • Reizbarkeit
  • höhere Infektanfälligkeit, insbesondere für Erkrankungen der Atemwegsorgane oder Blasenentzündungen
  • höhere Anfälligkeit für Herz-Kreislauferkrankungen
  • Depressionen und depressive Verstimmungen

Das Immunsystem ist nachweislich schwächer und die allgemeine Belastungsgrenze schneller erreicht. Für den unwissenden Partner ist die oder der Liebste vielleicht nur häufig krank. Dabei liegt ein Teil der Infektanfälligkeit darin begründet, dass sich die- oder derjenige in der Beziehung einsam fühlt.

Einsam fühlen: Warnzeichen in der Beziehung erkennen

Trennung, Scheidung oder lange Singlephasen sorgen dafür, dass sich das Alleinsein alles andere als gut anfühlt. Eine Beziehung scheint die perfekte Garantie dafür zu sein, sich niemals mehr einsam fühlen zu müssen. Auch wenn manche Menschen gern ab und an Zeit für sich nutzen und sie sich auch aktiv einfordern, wirklich einsam möchte kaum jemand sein.

Denn Einsamkeit ist verknüpft mit dem Wissen, dass man selbst

  • unbeachtet
  • ungeliebt
  • ungebraucht
  • ersetzbar

sei. Menschen als soziale Wesen brauchen den gemeinschaftlichen Austausch auf einer ganz und gar elementaren Ebene, soziale Interaktionen sind im wahrsten Sinne des Wortes überlebenswichtig.

In der Beziehung einsam zu sein ist deshalb besonders schwerwiegend. Denn aus dem erhofften und gewünschten Miteinander wird ein reines Nebeneinander. Ob sich der Herzensmensch einsam fühlt, lässt sich anhand einiger Warnzeichen eingrenzen: Einsame Menschen schlafen oft sehr schlecht, ziehen sich aus dem Alltag zurück und schotten sich noch weiter ab, sind häufiger krank und versuchen doch gleichzeitig, sich intensiver an die Partnerin oder den Partner zu binden.

Einfühlsame Liebende können auf diese Warnzeichen reagieren, eine intensivere Nähe zu ihren Liebsten aufbauen und sie von dem Gefühl der Einsamkeit befreien.

Für den einsamen Part in der Beziehung ist die Einsamkeit oft gar nicht klar benennbar. Klar ist aber, dass sie sich selbst nicht gesehen, nicht wahrgenommen und vor allem auch nicht ausreichend geliebt fühlen. Das anfangs diffuse Gefühl der Unzufriedenheit wird zunehmend ernster und belastender. Jeder Rückzug, jede Auszeit und jeder Alleingang des Herzensmenschen wird negativ ausgelegt und ergänzt nur noch das Gefühl, selbst gar nicht richtig wahrgenommen zu werden.

Einsam fühlen: Warnzeichen in der Beziehung erkennen © iStock

Um für sich selbst zu klären, ob man sich in der Partnerschaft tatsächlich einsam und ungeliebt fühlt, helfen vielleicht diese Fragen hier:

„Sprechen wir in der Beziehung über unsere Gefühle?“
„Kann ich negative Gefühle und Beobachtungen ansprechen? Wie reagiert meine Partnerin oder mein Partner darauf?“
„Fehlt mir etwas in meiner Beziehung?“
„Fühle ich mich geliebt?“
„Fühle ich mich rundherum wohl in der Beziehung?“
„Wie viel investiere ich selbst in unsere Beziehung? Was bin ich bereit, zusätzlich zu investieren?“

Manchmal macht es Sinn, diese Fragen für sich selbst, eventuell sogar schriftlich zu beantworten. Wichtig ist natürlich, wirklich ehrlich zu sein – auch dann, wenn die Antworten schmerzen.

Erst wenn die Einsamkeit ganz klar für einen erkennbar ist, lässt sich dagegen angehen.

Bindungsangst und Kommunikation: Was sich gegen die Einsamkeit tun lässt

Oft gibt es bestimmte Konstellationen, bei denen Partnerinnen und Partner verstärkt unter Einsamkeit leiden:

  1. In Fernbeziehungen,
  2. wenn die Lebensläufe und auch der Alltag von Partnern sich deutlich unterscheiden,
  3. nach einer Affäre und dem damit einhergehenden Vertrauensverlust und
  4. wenn emotional verschlossene Menschen sich auf Beziehungen einlassen, ohne sich in der Partnerschaft wirklich zu öffnen.

In der Fernbeziehung kann sich das Gefühl der Einsamkeit schon allein wegen der regelmäßigen, absehbaren Trennung einstellen. Das ist schmerzlich, aber im Schnitt nur für einen begrenzten Zeitrahmen nötig. Die meisten Fernbeziehungen dauern nicht länger als zwei Jahre an – entweder, weil die Partner endlich zusammenziehen konnten oder weil die Beziehung die Belastung der räumlichen und zeitlichen Trennung nicht aushielt.

Tipp: In der Fernbeziehung fehlt vor allem der gemeinsame Alltag. Kleine, verbindende Elemente wie gemeinsames Kochen via FaceTime oder zusammen Serien gucken, kann die Verbundenheit stärken.

 

Wenn Partner nur wenige Gemeinsamkeiten haben und sich deshalb in teils sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen und beruflichen Sphären bewegen, kann sich schnell Einsamkeit einstellen. Jeder lebt dann sein Leben mit all den Anforderungen, die unterschiedliche Karrieren mit sich bringen.

Tipp: Trotz aller Gegensätze kommen sich Liebende schnell wieder näher, wenn sie sich aktiv jeweils im Leben des anderen einbringen können. Das fängt bei der bewussten Teilhabe an – auch wenn eine Abendveranstaltung mit Cocktailempfang wenig verlockend klingt.

 

Affären stellen einen massiven Vertrauensbruch dar. Auch ehemals innigere Partnerschaften müssen nach dem Aufdecken eines Seitensprungs erst wieder zueinander finden. Vor allem der Betrogene zieht sich aus reinem Selbstschutz zurück, um nicht erneut verletzt zu werden. Das führt zur verstärkten Einsamkeit, aus der sich nur schwer wieder herausfinden lässt.

Tipp: Nach einer Affäre muss das Vertrauen ineinander und in die Beziehung erst wieder aufgebaut werden. Das gelingt vor allem über Bindung – befeuert durch bewussten Körperkontakt und viele Gespräche, die sich mit der emotionalen Ursache der Affäre und den Vorstellungen für die Fortsetzung der Beziehung beschäftigen.

 

Emotional verschlossene Menschen sind meist damit zufrieden, sich nonverbal um ihre Liebsten zu kümmern. Eine ganz klassische Situation: Eine oder einer wünscht sich liebe Worte und ernsthafte Gespräche, während der oder die andere die Liebe mit der Autowartung und dem Runterbringen des übervollen Mülleimers reichlich ausgedrückt sieht. Hier hapert es oft daran, dass beide unterschiedliche „Sprachen“ sprechen, wenn es um die Liebe geht.

Tipp: Auf kommunikativer Ebene lässt sich diese Ursache für Einsamkeit recht gut beheben, indem man sich auf die jeweilige Sprache des anderen einlässt. Fällt es dem Herzensmenschen schwer, sich emotional weiter zu öffnen, kann aber auch eine Mediation oder ein Coaching helfen, um die Kommunikation zwischen den Partnern zu stärken.

 

Einsamkeit in der Beziehung: Wenn sich die Partnerschaft wie Single-Sein anfühlt © GettyImages

Beziehungsleid: Wenn Männer dicht machen

Insbesondere Männern kann es schwerer fallen, sich emotional zu öffnen. Statt sich auf notwendige Gespräche einzulassen, blocken sie ab, flüchten – oder reagieren aggressiv und mit verbalen Attacken.

Wer vor allem in jungen Jahren nicht gelernt hat, seine Emotionen auszuleben und dann zu bewältigen, unterdrückt sie eher. Drängen sie bei einem vom Herzensmenschen begonnenen kritischen Gespräch an die Oberfläche, können sie furchteinflößend wirken. Wer damit nicht umgehen kann, verdrängt sie lieber, schaltet bei Diskussionen ab – oder flüchtet sich in aggressive Attacken.

Je schwerer es dem oder der einen fällt, über Gefühle zu sprechen, desto einsamer fühlt sich der oder die andere. Letztlich sind beide in der Beziehung nicht glücklich, weil Streit, Distanz und gegenseitige Schuldzuweisungen vorherrschen. So lange, bis einer der Partner aufgibt – und sich trennt.

Manchmal hilft es, wichtige Beziehungsgespräche in Bewegung zu führen. Aus evolutionärer Sicht eine sinnvolle Strategie, denn in Bewegung arbeitet der Stoffwechsel effektiver, der Kopf wird klarer, die Gefühle beruhigen sich. Denn auch wenn die Liebste oder der Liebste sich ohne große Worte bemüht, ist es doch ab und an nötig, Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse ansprechen zu können. Gelingt das nicht, bleibt die Einsamkeit bestehen.

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