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Vertrautheit: Warum sie eine der Säulen glücklicher Beziehungen ist

Ein kurzer Augenkontakt, vielleicht eine erhobene Augenbraue, ein leichtes Kopfneigen – und sofort weiß der eine, was den anderen bewegt. Menschen in einer innigen Partnerschaft verstehen sich beinahe blind. Die Vertrautheit zwischen ihnen ist hoch und ein sichtbarer Indikator dafür, wie glücklich die Beziehung wirklich ist. Denn Vertrautheit ist eine der Säulen für dauerhafte Partnerschaften.

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Wobei sie nicht mit Vertrauen verwechselt werden darf. Denn Vertrautheit entsteht im Laufe der Zeit, gedeiht und blüht je mehr Zeit ein Paar ungestört miteinander verbringen kann. Eine Ausnahme davon gibt es: Bei einigen Paaren ist die Vertrautheit gefühlt sofort da. Die Chemie untereinander passt einfach. Vertrauen dagegen und das Gefühl, sich selbst vollständig auf den anderen verlassen zu können, entsteht oft erst in Krisenzeiten.

Vertrautheit aufbauen: Paare in der Verliebtheitsphase

Die ersten Dates und die aufregenden ersten gemeinsamen Nächte sind vorbei. Frisch verbandelte Paare stecken mitten in der Verliebtheitsphase, alles ist in rosa Wattewolkenschleier getaucht. Vertrautheit stellt sich hier nach und nach, ganz automatisch ein, solange beide auch wirklich Zeit mit dem Herzensmenschen verbringen. Vor allem: Zeit zu zweit allein.

Mit offenen Augen verfolgt man jede Handlung des Partners, erfährt von all den kleinen Besonderheiten im Alltag:

  • Morgenmuffel oder Morgenmensch?
  • Kaffee oder Tee zum Tagesstart?
  • Snackliebhaber oder Typ „drei geregelte Mahlzeiten am Tag“?
  • Chaot oder Ordnungsliebhaber?

Das Wissen darüber baut Vertrautheit auf. Ist der Liebste morgens eher morgenmuffeliger Kaffeetrinker, ist das gemeinsam – in Stille - genossene Haferl ein inniger Moment. Die Partnerin ist morgens immer im Stress und findet kaum Zeit, sich leckere Snacks fürs Büro einzupacken? Dann ist die fertige Lunch Box auf dem Weg zur Tür ein Ausdruck der Liebe und Sorge um sie.

Diese Kleinigkeiten gestalten langfristig die Zuneigung zueinander und bauen dieses wunderbare Heimatgefühl auf, von dem langjährige Partnerschaften auch in schwierigen Beziehungsphasen noch lange zehren.

Vertrautheit verloren? Der Alltag in längeren Beziehungen

Im Alltagsstress geht dieser innige, sorgende Umgang mit der Partnerin oder dem Partner manchmal verloren. Dann fühlt sich die Rückkehr zum Liebsten eben nicht mehr wie „heimkommen“ an, sondern eher wie eine Last. Die Freude darüber, Zeit mit der Partnerin oder dem Partner zu verbringen, ist verschwunden. Was bleibt, sind genervte Blicke und hochgezogene Augenbrauen, wenn man vergessene Termine oder herumliegende Dinge bemerkt. Diese feine Verbindung zum vermeintlichen Seelenverwandten fehlt, und das schmerzt.

Glücklicherweise lässt sich Vertrautheit bis zu einem gewissen Punkt zurück erobern.

Fünf Tipps für mehr Innigkeit in der Partnerschaft

1. Ungeteilt aufmerksam sein!
Es hat sich irgendwann eingeschlichen, das Fernsehen beim Abendessen. Oder der Blick aufs Smartphone, während der Partner oder die Partnerin gerade vom Tag berichten. Wirklich wahrgenommen fühlt man sich dann aber nicht mehr, oder? Deshalb gilt: Gemeinsam Zeiten vereinbaren, zu denen Ablenkungen wie Zeitung, TV oder Handy tabu sind.

2. Augenkontakt halten!
Es heißt ja nicht umsonst, Augen seien das Tor zur Seele und böten Einblick in die wahre Natur eines Menschen. Es verstärkt tatsächlich die Bindung aneinander und das Gespür für die Gefühle des Partners taucht wieder aus der Versenkung auf.

3. Rückendeckung geben!
Wörtlich oder im übertragenen Sinne, Partner sollten einander Rückendeckung geben. Auch wenn man mal unterschiedlicher Meinung sein sollte, in der Diskussion mit Bekannten oder Verwandten fühlt es sich einfach richtig an, wenn die oder der Liebste hinter einem steht.

4. Körperkontakt bieten!
Händchen halten, auf der Couch nebeneinander sitzen statt an den jeweils entfernten Ecken, enger nebeneinander gehen – es sind recht kleine und einfache „Nebensächlichkeiten“, mit denen sich mehr Körperkontakt in der Beziehung umsetzen lässt. Der positive Effekt dabei: Das Kuschelhormon Oxytocin wird vermehrt ausgeschüttet, die Stressrate wird reduziert und die Bindung an den Partner intensiviert sich.

5. Gemeinsamkeiten fördern!
Alltag, Kinder und der Haushalt sind doch schon genug Gemeinsamkeit? Mit Blick auf die Vertrautheit in der Beziehung lautet die entschiedene Antwort: Nein! Jenseits vom Alltagstrott braucht es andere gemeinsame Aktivitäten, um sich einander näher zu fühlen. Ob man dafür pro Woche ein neues Restaurant ausprobiert, einmal pro Jahr als Rucksacktouristen durch ein fremdes Land zieht oder regelmäßig wandern geht – zusammen ist das Stichwort dabei. Denn Alltag, Haushalt und Kinder, das ist oft eher ein „nebeneinander her“, statt eines echten Miteinanders.

Ein kleiner Bonus am Rande: Teilen sich die beiden Parts einer Beziehung emotional mit, nehmen Anteil am Leben des anderen und interessieren sich wirklich für dessen Gedankengänge, hat das zusätzlich positive Auswirkungen auf die Intensität des körperlichen Verlangens.

Das Team der israelischen Psychologin Prof. Gurit Birnbaum erforschte die Auswirkungen von emotional involvierten Partnern in Bezug auf sexuelles Verlangen. Ihre Schlussfolgerung nach drei unterschiedlichen Studienzyklen: Ist der Partner empfänglich für die Wünsche und Anliegen des Partners auf der partnerschaftlichen Ebene, bleibt das sexuelle Verlangen auch in langjährigen Partnerschaften stark. (Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27399250)

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Intimität bei glücklichen Langzeitpaaren: Was sie anders machen

Es gibt diese Paare, die auch nach Jahrzehnten noch innig und vertraut miteinander umgehen. Die auf einen Blick hin wissen, was die oder der Liebste wohl gerade braucht. Die einander keine abschätzigen, abwertenden Kommentare hinterherschicken, die Augen rollen und insgesamt eher unglücklich wirken. Was machen diese Partner anders als andere, deren Vertrautheit so schnell vom Alltag aufgefressen wird? 

  1. Sich Zeit nehmen für den Partner – auch wenn keine Zeit frei zu sein scheint
  2. Den Blick auf den Partner richten – immer wieder von neuem
  3. Beziehungsarbeit einplanen – und an der Kommunikation arbeiten

Der erste Punkt ist mit kleinen, aber feinen Alltagsroutinen wunderbar abgedeckt. Aber nicht die „Wer bringt den Müll raus“ Routine, sondern eher:

  • Wir küssen uns zur Begrüßung. Immer!
  • Sonntage verbringen wir im Bett – und das Telefon bleibt aus.
  • Im Kino halten wir Händchen – wie früher, beim ersten Date.

Kleine Nachrichten zwischendurch, mit Liebesbotschaften, lustigen Bildchen oder dem „Song des Tages“ erinnern den Herzensmenschen daran, dass der jeweils andere an einen denkt.

Glückliche Beziehungen haben oft eins gemeinsam: Die Partner sehen sich. Ganz wortwörtlich, aber auch im übertragenen Sinne. Denn neben den körperlichen Veränderungen reift auch eine Beziehung, wachsen neue Verhaltensweisen oder Macken. Sie machen den Partner noch liebenswerter. Und so lässt sich ab und an, wenn der Liebste unverhofft den Raum betritt, kurz innehalten. Würde man sich heute, nach 5, 10 oder 20 gemeinsamen Jahren, wieder in ihn verlieben? In stabilen und glücklichen Beziehungen lautet die Antwort auf diese theoretische Frage immer aus ganzem Herzen: Ja! Denn der Partner oder die Partnerin, sie sind auch mit den ersten grauen Haaren, mit ein paar Lachfalten, mit neuen Ticks oder Macken liebenswert. Vielleicht sogar noch liebenswerter als der schüchterne, unsichere Teenager aus den Anfangsjahren der Beziehung.

Beziehungsarbeit ist dafür unverzichtbar. Sich ab und an gemeinsam hinzusetzen und sich gegenseitig zu fragen:
„Was bewegt dich gerade?“
„Wo willst du – beruflich und privat – in den nächsten fünf bis zehn Jahren sein?“
„Welche Wünsche hast du, wovon träumst du?“

Das ist wichtig und wertvoll, um den Traumpartner nicht nur mit der rosa Brille aus der ersten Kennenlernzeit zu sehen, sondern – ganz ungefiltert – den Menschen, zu dem sie oder er sich mittlerweile entwickelt hat.

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