Geld in der Partnerschaft: Getrenntes Konto, gemeinsame Investitionen

14.03.2012 Katharina Hemmelmair

Aktuelle Parship-Umfrage unter Singles zeigt: Geldfragen sollen in einer Partnerschaft gemeinsam entschieden werden. Über das Vermögen und Einkommen bisheriger Partner wusste jeder vierte Single kaum oder gar nicht Bescheid. Unterstützung für in finanzielle Not geratene Partner kommt vor allem seitens der Männer.

Wien,

In einem Punkt sind sich Singles einig: 72 Prozent wollen in einer Partnerschaft Geldfragen gemeinsam entscheiden. Hinsichtlich der Gewichtung der Ausgaben gibt es allerdings unterschiedliche Auffassungen, von „wer mehr verdient, bezahlt auch mehr“ bis hin zu einem strikten „halbe-halbe“. Auf ein eigenes Konto bestehen 90 Prozent der Befragten, 26 Prozent würden zusätzlich zum eigenen ein gemeinsames sinnvoll finden. Unterstützung für in finanzielle Not geratene Partner kommt vor allem seitens der Männer. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag von PARSHIP.at unter 500 webaktiven heimischen Singles im Alter von 18-69 Jahren.

Optimaler Umgang mit Geld: Unterschiedliche Auffassungen

Vier von zehn Singles würden alle Ausgaben in einer Partnerschaft je nach Vermögenslage gewichten: Wer mehr verdient, soll auch mehr bezahlen. Für die Variante „halbe-halbe“ entscheiden sich ein Drittel der Befragten (fünf Prozent mehr Frauen als Männer), ein knappes
Viertel würde alle Einnahmen in einem gemeinsamen Topf geben und absolute Transparenz bei den Ausgaben einfordern (acht Prozent mehr Männer als Frauen). Einig sind sich 72 Prozent der Befragten darin, dass die Entscheidung, wofür das Geld ausgegeben wird, gemeinsam getroffen wird. Weiter gibt ein Drittel der Befragten an, noch nie wegen Geldthemen gestritten zu haben. „Es gibt  unterschiedliche Auffassungen, wie der optimale Umgang mit Geld in einer Partnerschaft sein sollte“, fasst Caroline Erb, Psychologin bei
PARSHIP.at, zusammen. „Wichtig ist aber vor allem, dass sich beide Partner in Geldfragen weitgehend einig sind und das Thema auch rechtzeitig ansprechen. Ansonsten kann das Thema Geld leicht zum Streitpunkt werden“

Am liebsten getrennte Konten

In einer Partnerschaft dürfte ein einziges gemeinsames Konto die Ausnahme sein: Nur neun Prozent der Singles können sich ein solches
vorstellen. Fast zwei Drittel bestehen auf getrennte Kontoführung (64 Prozent) bzw. jeder Vierte kann sich zusätzlich zum eigenen Konto ein
gemeinsames vorstellen (26 Prozent). Nur 36 Prozent der befragten Singles wissen, wie viel ihre bisherigen Partner verdient haben. Die
Mehrheit (55 Prozent) legt keinen Wert darauf, detailliert informiert zu sein oder hat nur eine Ahnung davon, wie vermögend der Partner war.

Finanzielle Hilfe für den Partner

Der Umgang mit den finanziellen Sorgen des Partners ist eher zurückhaltend. Mehr als die Hälfte der befragten Singles wäre nicht bereit dem Partner aus der finanziellen Klemme zu helfen. Unterstützung für in finanzielle Not geratene Partner kommt vor allem seitens der Männer. Egal ob es darum geht, für den Partner zu haften, ihm eine hohe Summe zu borgen, seine Schulden zu übernehmen oder auf Ansprüche wie eine Eintragung ins Grundbuch zu verzichten – Männer wären dazu viel öfter bereit als Frauen. Für 71 Prozent der weiblichen Singles ist keine der genannten Aussagen vorstellbar.

 

Über die Studie: Die repräsentative Studie wurde im Dezember 2011 und Jänner 2012 im Auftrag der Online-Partneragentur PARSHIP.at vom Online Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com unter 1.841 webaktiven Österreicherinnen und Österreichern zwischen 18-69 Jahren durchgeführt, davon 502 alleinstehend.