Liebe ist Privatsache – auch im Social Web

07.06.2013 Katharina Hemmelmair

Wenn es um ihr Liebesleben geht, geben sich heimische Singles verschwiegen: Trotz der großen Beliebtheit von Facebook lehnt es die Mehrheit ab, dort Liebesangelegenheiten oder
Beziehungsdetails zu thematisieren, wie eine aktuelle PARSHIP-Mitgliederumfrage ergab.

Wien,

Für 84 Prozent der Singles ist klar, dass Einträge, Fotos oder Kommentare zum eigenen Liebesleben auf Facebook keinen Platz haben. Sie geben an, sowohl in Vergangenheit als auch Gegenwart keine Details zu ihren Partnerschaften auf Facebook thematisiert zu haben. Sechs von zehn Befragten (55 Prozent Frauen, 67 Prozent Männer) sind allerdings der Meinung, dass man sich mit seinem Partner auf Facebook zumindest befreunden sollte. 44 Prozent finden, dass in diesem Fall auch der Beziehungsstatus im eigenen Profil entsprechend zu ändern wäre. Grundsätzlich haben knapp 60 Prozent der heimischen Singles ein Facebook-Profil. Jeder Fünfte nutzt das Social Media Tool vorrangig, um mit Freunden im Ausland in Kontakt zu bleiben. Das ergab eine PARSHIP-Umfrage, bei der im April 2013 insgesamt 1.415 PARSHIP-Mitglieder zwischen 18 und 69 Jahren befragt wurden.

Virtuelle Liebesbekundungen sind tabu

Auch wenn die Mehrheit mit dem Partner befreundet sein will, geben doch auch 40 Prozent der Befragten an, dass sie dies als unnötig und
teilweise peinlich – Stichwort „virtuelle Liebesbezeugungen“ – empfinden und dass „jeder eine gewisse Privatsphäre haben muss“. „Ob man sich auf Facebook zum Partner bekennt, bleibt jedem selbst überlassen“, so Mag. Caroline Erb, Psychologin bei PARSHIP.at. „Wichtig ist nur, dass man sich vorher auf klare Regeln bezüglich Privatsphäre und der Kommunikation im virtuellen Raum einigt – und auch daran hält. Damit wird verhindert, dass der reale, zwischenmenschliche Kontakt nicht durch falsch verstandene oder unerwünschte Postings getrübt wird.“

Facebook-Freundschaft mit dem Ex ist heikel

Vier von zehn Befragten sind auf Facebook mit ihrem Ex-Partner befreundet, wobei dies mehr Männer (44 Prozent) als Frauen (34 Prozent) betrifft. Als Hauptgründe hierfür werden genannt, dass sie auch im realen Leben weiterhin gute Freunde sind oder einen gemeinsamen Freundeskreis haben und sich daher regelmäßig sehen. Oft hat allerdings der Ex-Partner gar kein Facebook-Profil, damit gibt es auch nach der Trennung keinen virtuellen Kontakt. „Kontakt mit dem Ex ist heikel – sowohl im realen als auch im virtuellen Leben. Dies setzt eine offene und vertrauensvolle Kommunikation mit dem aktuellen Partner voraus – und zwar von Anfang an“, so Caroline Erb.