Mehrheit der Österreicher will Kinder bis zum dritten Lebensjahr daheim betreuen

28.08.2015 Katharina Hemmelmair
Repräsentative Parship-Studie: Wiener und unter 30-Jährige befürworten eher die Betreuung von Kindern in einer Krippe. Vorarlberger und Tiroler sowie männliche und ältere Befragte haben eine deutlich konservativere Einstellung, wenn es um die Fremdbetreuung von Kleinkindern geht.

Wien,

In Kürze beginnt das neue Kindergartenjahr und viele Kleinkinder werden dennoch zu Hause bleiben. Denn 57 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher stimmen darin überein, dass Kinder bis zum dritten Lebensjahr am besten zu Hause bei den eigenen Eltern aufgehoben sind. Deutliche Unterschiede bestehen auf regionaler Ebene: Während 30 Prozent der Wiener befürworten, dass Kinder bereits ab dem zweiten Lebensjahr zumindest teilweise in eine Krippe bzw. Kindergarten betreut werden sollen, stimmen nur 12 Prozent der Vorarlberger und Tiroler dieser Aussage zu. Bei Personen ab 60 Jahren teilen 16 Prozent diese Meinung, während sich jeder vierte Befragte unter 30 damit anfreunden kann. Das ergab eine repräsentative Studie unter 1.005 Personen zwischen 18 und 69 Jahren im Auftrag der Online-Partneragentur PARSHIP.at, die von Marketagent.com durchgeführt wurde.

Traditionelle Familienstrukturen am beliebtesten, aber Respekt vor alternativen Lebensformen

Bei den männlichen Befragten geben 27 Prozent an, dass Kinder sogar bis zum fünften bzw. sechsten Geburtstag bei ihrer Mutter / ihrem Vater bleiben sollen, nur 16 Prozent der Frauen teilen diese Meinung. Was das Familienmodell betrifft, spricht sich jeder zweite Befragte für die traditionelle Familienform Vater-Mutter-Kind aus, respektiert aber, wenn andere eine unterschiedliche Einstellung dazu haben. Jeder Vierte findet es gut, dass klassische Familienstrukturen endlich aufgelockert werden und sich alternative Lebensformen stärker etablieren, doppelt so viele junge als ältere Befragte.

„Eigene Erfahrungen und Wertesysteme wirken sich natürlich auf die Einstellung aus, welches Familienmodell man bevorzugt und wonach man grundsätzlich strebt“, erklärt Mag. Caroline Erb, Psychologin bei PARSHIP.at. „Aufgrund der zunehmenden Trennungs- und Scheidungsraten verschieben sich ohnedies die Familienmodelle und es sind mehr Offenheit und Flexibilität in allen Bereichen des Zusammenlebens gefragt.“