Liebesleben hat auf Facebook nichts verloren

29.09.2016 Katharina Hemmelmair

Aktuelle Studie: Mehr als 60 Prozent der Nutzer von Sozialen Medien veröffentlichen ihren Beziehungsstatus nicht und machen auch sonst keine Angaben über ihre Herzensangelegenheiten im Internet. Jede 4.
Frau, aber nur jeder 6. Man kennt alle Passwörter und Zugangscodes des Partners.

Wien,

Laut einer repräsentativen Studie im Auftrag von PARSHIP nutzen zwar rund 70 Prozent der Österreicher Soziale Netzwerke im Internet, aber nur jeder Dritte ist auch aktiv und teilt persönliche Erlebnisse. Die Kärntner und Oberösterreicher posten am eifrigsten im Social Web, die Salzburger bilden das regionale Schlusslicht. Allerdings bleibt bei den meisten ein Thema unerwähnt: die Liebe. Nur vier von zehn Nutzern thematisieren ihre Partnerschaft auch online, noch weniger posten Fotos von sich mit ihrem Liebsten und nur 13 Prozent verraten, mit wem sie zusammen sind. Jeder fünfte Befragte kennt alle Passwörter und Zugangscodes des Partners, deutlich mehr Frauen als Männer. Weitere 42 Prozent kennen zumindest das eine oder andere Passwort. Das ergab eine repräsentative Studie, die im Auftrag der Online-Partneragentur PARSHIP.at von marketagent.com durchgeführt wurde. Befragt wurden 1.003 Personen zwischen 18 und 69 Jahren im Juni 2016.

Kärntner und Oberösterreicher posten am meisten

Laut der Studie sind derzeit drei von vier Österreichern Mitglieder bei sozialen Netzwerken, davon schreiben rund ein Drittel regelmäßig Beiträge oder teilen Fotos. Frauen (37%) finden daran spürbar mehr Gefallen als Männer (27%). „Frauen sind in der Regel auch im Internet kommunikationsfreudiger und nehmen sich mehr Zeit für ihre Beiträge, sowohl was die Inhalte als auch die Fotos betrifft.“, so Mag. Caroline Erb, Psychologin bei PARSHIP.at. Die anderen Nutzer beschreiben sich eher als passiv und verfolgen lieber, was andere veröffentlichen. Im Bundesländervergleich entpuppen sich die Kärntner (36%) und Oberösterreicher (35%) als aktivste Nutzer, während Tiroler und Vorarlberger (30%) sowie Salzburger (28%) am wenigsten von sich preisgeben.

„Es geht Mark Zuckerberg nichts an“

Diese Aussage eines Befragten fasst die Meinung zahlreicher Nutzer zusammen, die nicht über ihr Liebesleben auf Facebook berichten wollen. Laut Studie machen mehr als 60 Prozent keine Angaben zu ihrem Beziehungsstatus. Allerdings gibt es je nach Alter ein starkes Gefälle: Während 80 Prozent der über 50-jährigen Nutzer sich nicht zu ihrem Liebesleben äußern, sind unter 30-Jährige deutlich aufgeschlossener – nur 44 Prozent halten sich beim Thema Liebe bedeckt. Erb: „Der Trend geht eher dahin, dass man die Gefühle für den Partner lieber im Privaten zeigen möchte. Somit bleibt das Liebesleben jedes Einzelnen etwas Intimes und Persönliches, das man nicht unbedingt mit der Facebook Community teilen will.“

„Wie lautet dein Passwort, Schatz?“

Diese Frage kann in einer Partnerschaft ein heikles Thema sein. So kennt knapp ein Drittel der Österreicher laut Studie kein einziges Passwort für Smartphone, E-Mail oder Social Media Accounts des Partners. Hingegen hat jeder fünfte Befragte Einblick in alle Passwörter des Partners – 25 Prozent der Frauen, aber nur 16 Prozent der Männer. Der Rest gibt sich mit dem Wissen von dem einen oder anderen Passwort des Partners zufrieden, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Studiensteckbrief: Die Studie im Auftrag der Online-Partneragentur PARSHIP.at wurde vom digitalen Markt-
und Forschungsinstitut Marketagent.com durchgeführt. Das Institut befragte im Juni 2016
mittels Online-Interviews 1.003 Österreicherinnen und Österreicher im Alter zwischen 18-69
Jahren. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die österreichische Gesamtbevölkerung.