Klick und weg: Wie verbindlich sind die Österreicher in der Liebe?

12.07.2019 Katharina Hemmelmair

Gibt es die bedingungslose Liebe? Existiert tatsächlich eine so genannte „Generation Beziehungsunfähig“? Wie kompromissbereit sind die Österreicher, wenn es um den Partner geht? In einer aktuellen Studie im Auftrag der Online-Partneragentur Parship.at wurden gängige Klischees und Vorurteile zum Thema Verbindlichkeit in der Liebe einem Faktencheck unterzogen. Die wichtigsten Erkenntnisse lauten: Die Versingelung der Gesellschaft ist ein Mythos, eine feste Partnerschaft weiterhin das ideale Beziehungsmodell, häufige Partnerwechsel sind eher eine Seltenheit und 20 Jahre dauernde Beziehungen alltäglich. Die Partnersuche wird heute allerdings unverbindlicher als früher eingeschätzt. Wer sich jedoch für einen Partner entschieden hat, steht (fast) bedingungslos hinter ihm, ist zu Kompromissen bereit und hält Schwierigkeiten aus, ohne die Partnerschaft gleich in Frage zu stellen – egal ob jung oder alt.

Wien,

Gibt es die bedingungslose Liebe? Existiert tatsächlich eine so genannte „Generation Beziehungsunfähig“? Wie kompromissbereit sind die Österreicher, wenn es um den Partner geht? In einer aktuellen Studie im Auftrag der Online-Partneragentur Parship.at wurden gängige Klischees und Vorurteile zum Thema Verbindlichkeit in der Liebe einem Faktencheck unterzogen. Die wichtigsten Erkenntnisse lauten: Die Versingelung der Gesellschaft ist ein Mythos, eine feste Partnerschaft weiterhin das ideale Beziehungsmodell, häufige Partnerwechsel sind eher eine Seltenheit und 20 Jahre dauernde Beziehungen alltäglich. Die Partnersuche wird heute allerdings unverbindlicher als früher eingeschätzt. Wer sich jedoch für einen Partner entschieden hat, steht (fast) bedingungslos hinter ihm, ist zu Kompromissen bereit und hält Schwierigkeiten aus, ohne die Partnerschaft gleich in Frage zu stellen – egal ob jung oder alt. Das ist das Ergebnis einer österreichweiten Studie, bei der 1.005 Österreicherinnen und Österreicher im Alter von 18-69 Jahren befragt wurden.

Ewige Liebe oder ewiges Daten?

Gibt es wirklich immer mehr Singles? Die Zahlen bestätigen diese Annahme nicht, denn seit Jahren beträgt der Anteil der Singles in der österreichischen Bevölkerung relativ konstant rund 30 Prozent. Nicht zu verwechseln mit der Anzahl von Einpersonenhaushalten: Diese nimmt tatsächlich zu, sagt aber nichts über den Beziehungsstatus aus*). Auch das Beziehungsideal bleibt unverändert. Neun von zehn Österreichern wünschen sich eine feste Partnerschaft, nur fünf Prozent eine offene Beziehung. Friends with benefits oder die so genannte Polyamorie sind Randerscheinungen. Mehr als die Hälfte der Österreicher hatte höchstens ein bis zwei ernsthafte Partnerschaften. Nur jeder Zehnte gibt an, mehr als fünf Beziehungen gehabt zu haben. So überrascht es nicht, dass 37 Prozent der Befragten länger als 20 Jahre mit ihrem aktuellen Partner zusammen sind. Selbst ein Drittel der unter 30-Jährigen ist bereits zwischen fünf und zehn Jahren mit dem aktuellen Partner liiert. Caroline Erb, Psychologin bei Parship.at: „Nie waren wir in der Liebe so frei wie heute. Und dennoch bestimmen klassische Beziehungsideale den gesellschaftlichen Alltag. Der Wunsch nach einer langfristigen Partnerschaft ist nach wie vor bei den meisten Menschen tief verwurzelt und für viele auch gelebte Realität.“

 

Zehn Liebesfakten im Überblick

Die Partnersuche

Fakt 1: Heute findet man den Partner online

Die Möglichkeiten der Partnersuche haben sich in den letzten Jahren vervielfältigt. Das Internet ist schon lange auf Platz 1 jener Orte, wo man heute seinen Partner sucht. Und auch findet: Mehr als jede vierte Beziehung entsteht heute online.

Fakt 2: Junge Menschen legen sich seltener fest

Im Alltag legen sich junge Menschen seltener fest als Ältere: Fast die Hälfte der unter 30-Jährigen hat schon einmal Verabredungen kurzfristig abgesagt, 39 Prozent haben Freunde warten lassen, 24 Prozent ein Date unter Vorschiebung eines Grundes abgebrochen. Ältere sind im Umgang mit ihren Mitmenschen etwas verbindlicher.

Fakt 3: Die Partnersuche wird heute unverbindlicher eingeschätzt als früher

Eine klare Mehrheit schätzt die Partnersuche heute unverbindlicher ein als früher, insbesondere Frauen. Diese machen auch öfter Erfahrungen mit Ghosting – also dem Phänomen, dass eine (sich anbahnende oder bereits feste) Beziehung plötzlich und ohne Erklärung beendet wird.

Die Entscheidung

Fakt 4: Vertrauen und Geborgenheit sind entscheidend

Wann weiß man, ob er/sie der/die Richtige ist? Vertrauen, Geborgenheit und Sicherheit sind die Gefühle, die ausschlaggebend sind, um sich auf eine Person festzulegen. Für Männer ist klar, dass sie bereit sind sich auf eine Beziehung einzulassen, wenn die Partnerin für sie immer die Nr. 1 ist. Bei Mr. Right verlieren Frauen das Interesse an anderen Männern.

Fakt 5: Liebesbekenntnisse und ein gemeinsamer Urlaub stehen am Beginn einer festen Beziehung

Wenn die Entscheidung gefallen ist, dann steht man auch öffentlich zum Partner: Vor allem junge Menschen legen Wert darauf auszusprechen, dass man ein Paar ist, mit den drei Worten „Ich liebe dich“ nicht zu geizen und auch den Eltern vorgestellt zu werden. Bereits zu Beginn vieler Beziehungen wird gemeinsam auf Urlaub gefahren, nach fünf Jahren haben die meisten Paare eine gemeinsame Wohnung und gemeinsame Kinder.

Fakt 6: Mein Konto, mein Handy, meine E-Mails

Was viele Paare aber auch nach fünf Jahren Beziehung noch immer nicht haben ist ein gemeinsames Konto. Die Hälfte aller Paare führt getrennte Finanzen und fast genauso viele teilen auch ihre Passwörter oder Pins nicht mit ihrem bzw. ihrer Liebsten.

Die Partnerschaft

Fakt 7: Ich für dich: Loyalität, Treue und Verlässlichkeit

Wie weit reicht das persönliche Engagement in der Partnerschaft? Sehr weit! Rund 80 Prozent sind ihrem Partner treu, bieten Unterstützung in schwierigen Zeiten und bleiben auch bei Jobverlust oder Krankheit loyal. In manchen Bereichen gibt es aber auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Frauen zeigen häufiger Einfühlungsvermögen, dafür bieten Männer ihrer Partnerin eher finanzielle Sicherheit.

Fakt 8: Du für mich: Frauen stellen höhere Ansprüche

Anspruchsvoll? Das sind vor allem Frauen – mit Ausnahme beim Thema Sex. Die Hälfte der Männer legen besonderen Wert auf ein erfülltes Sexualleben, bei den Frauen sind es nur 37 Prozent. Dafür verlangen die Damen öfters Treue, Respekt, Unterstützung in schwierigen Situationen und genügend Freiraum.

Fakt 9: Wir für uns: Gemeinsam finden wir eine Lösung

Gibt es immer mehr Egoisten? Die Zahlen belegen etwas Anderes: 79 Prozent der Befragten versuchen nämlich bei Unstimmigkeiten mit ihrem Partner einen Kompromiss zu finden. Nur 14 Prozent achten hauptsächlich darauf, ihren Standpunkt durchzusetzen. Der Partner kann auch durchaus anders ticken, denn vieles ist Verhandlungssache, nur der Kinderwunsch nicht – lediglich 13 Prozent würden hier eine andere Haltung des Partners akzeptieren. In manchen Belangen sind Frauen eher nachsichtig, etwa was zeitintensive Hobbies oder das sportliche Aktivitätslevel des Partners betrifft. Schwieriger wird es beim Einrichten der Wohnung, dem Freundeskreis oder der Entscheidung, wohin der Urlaub geht. Da hat die Kompromissbereitschaft der Frauen bald mal ein Ende.

Fakt 10: Österreichs Partnerschaften sind belastbar

Bei der ersten Kleinigkeit Schluss machen? Das gibt’s nur im Film. Vielmehr stimmt: Österreichs Partnerschaften halten viel aus. Emotionaler oder beruflicher Stress, pubertierende Kinder oder schlechte Laune, nichts davon ist ein Grund, ernsthaft an der Partnerschaft zu zweifeln. Aber mehrmalige sexuelle Untreue wäre kaum verkraftbar.

 

*) Überproportional starker Anstieg der Einpersonenhaushalte http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/bevoelkerung/ demographische_prognosen/haushaltsprognosen/index.html

 

Studieninfos: Die bevölkerungsrepräsentative Studie wurde im Auftrag der Online-Partneragentur Parship.at von Marketagent.com durchgeführt. Befragt wurden im Mai und Juni 2019 1.005 webaktive Österreicher zwischen 18-69 Jahren.