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Der erste Kontakt

Blickkontakt: Ganz tief ins Fenster zur Seele eintauchen

Ein Großteil der Kommunikation zwischen Menschen findet nonverbal, also körpersprachlich über Gestik und Mimik statt. Besonders oft sprechen dabei die Augen: Sie signalisieren Interesse und zeigen sexuelle Erregung, Angst oder Langeweile an. Ein intensiver Blickwechsel vermittelt Nähe, ein abgebrochener Augenkontakt zeigt deutlich den Wunsch nach Distanz. Im Dating ist der Austausch via Blickkontakt elementar. Denn so ist ganz schnell klar, ob das Interesse beidseitig besteht – und wenn ja, ob sich daraus mehr entwickeln wird.

Blickkontakt © Shutterstock

Nonverbale Kommunikation mit den Augen

Im beruflichen Umfeld wird häufig auf dominante Blickwechsel gesetzt: Nur nicht den Kontakt unterbrechen und wegschauen, wenn es um wichtige Themen und Verhandlungsziele geht! Das zeigt Dominanz und Stärke. Wer zuerst blinzelt, hat verloren, zeigt sich als die oder der Schwächere – und unterliegt bei der Durchsetzung wichtiger Verhandlungsziele!

Wenn Einschüchterungstaktiken nicht gerade zur bewusst gewählten Kommunikationsstrategie gehören, sind kurze Unterbrechungen aber deutlich sinnvoller. Um in jedem Fall interessiert und offen zu wirken, sind kurze Wechsel zwischen dem Augenkontakt und der Umgebung wesentlich sinnvoller. Wer sich mit ungehindertem Augenkontakt schwertut, konzentriert sich auf einen imaginären Punkt zwischen den Augen oder auf der Stirn.

Diese Situation hast du bestimmt schon im Fahrstuhl beobachtet: Einander unbekannte Menschen bemühen sich, möglichst wenig in die Augen der anderen Fahrstuhlnutzer zu blicken. Stattdessen studieren sie intensiv den Boden, die Decke oder starren ins Handy, ohne es wirklich zu benutzen.

Der Grund dafür? Augenkontakt schafft Nähe. Die bereits reichlich vorhandene körperliche Nähe im beengten Fahrstuhl macht die zusätzliche Intimität durch zu intensive Blickkontakte oft unangenehm – und wird deshalb durch das Abwenden des Blicks vermieden.

Arten von Blickkontakt

Augenkontakte Wirkung Reaktion des Gegenübers Angemessene Nutzung
Kurzer Blickkontakt Erste Kontaktaufnahme; signalisiert Interesse Blickkontakt halten oder ausweichen; Blick kehrt zurück oder wird vermieden; Erweitere Pupillen = Interesse; zusammengezogene Pupillen = Ablehnung/Langeweile Privat und beruflich
Intensiver Blickkontakt über mehrere Sekunden bis hin zu Minuten Schafft Nähe und Intimität zwischen Verliebten und Liebenden; wirkt irritierend bei Unbekannten/nicht vertrauten Menschen Erweiterte Pupillen, Verstärkung der körperlichen Anziehungskraft oder Ablehnung, Unwohlsein Beruflich bei Verhandlungen, Kräftemessen; privat zwischen Verliebten und Liebenden
Starren (wenig/kein Blinzeln) Einschüchternd, dominierend, Stärke zeigend Vermeidung oder bewusstes Zurückstarren, kommunikatives Kräftemessen Im privaten Kontext klares No-Go! Beruflich in Verhandlungssituationen
Dreiecks-Blickkontakt Auge-Mund-Auge Signal für starkes körperliches Interesse Interessiert: Lippen befeuchten (eher bei Frauen); ablehnend: Blickkontakt vermeidend Ausschließlich privat

Beim Tanz der Augen werden unterbewusst alle nonverbalen Signale ausgewertet. Instinktiv weißt du, ob der nette Mensch vor dir interessiert und offen für einen Flirt ist – oder lieber in Ruhe gelassen werden möchte.

Mit den Augen flirten

 „Die Einladung zum Flirt wird mit den Augen geschrieben.“ Dieser Satz wird der berühmten Schauspielerin Jeanne Moreau zugeschrieben – und wie treffend sie das einst formulierte!

Jeder Flirt beginnt damit, dass sich Augenpaare suchen – und finden. Gänzlich unbewusst zeigt sich in der Reaktion von Pupillen und Blickkontaktlänge, wer an wem Interesse hat. Erst nach einer ersten positiven Reaktion kommt es in aller Regel zum weiteren Flirten.

Dabei ist der erste Augenkontakt vergleichsweise kurz. Die meisten Menschen empfinden einen Austausch zwischen 3,2 und 3,3 Sekunden noch als angenehm. Wer darüber hinaus den Kontakt zwischen den Augen aufrechterhalten will, wird schnell als aufdringlich und irritierend wahrgenommen.

Typischerweise findet ein erster Tanz mit den Augen statt: Blickkontakt suchen, wegschauen, wieder den Blick suchen – bis einer schließlich lächelt. Ob der Blickkontakt insgesamt positiv aufgenommen wird, zeigt sich übrigens auch daran, wie er unterbrochen wird.

  • Blick abwenden, der Blick geht nach oben: genervt
  • Blick abwenden, der Blick geht seitlich rechts oder links an einem vorbei: unangenehm berührt, nicht interessiert
  • Blickkontakt unterbrechen, der Blick geht nach unten und kehrt schnell wieder zurück: interessiert
     

Kombiniert mit „Augenklappern“, also heftigerem Blinzeln und einem sanften Lächeln, könnte die Einladung für einen Flirt von weiblicher Seite her gar nicht deutlicher ausfallen. Auch eine leichte Neigung des Kopfes, eine unbewusste weitere Hinwendung oder ein Nachvornebeugen des Oberkörpers zum Gegenüber sind perfekte Anzeichen für lebhaftes Interesse.

Kein Augenkontakt, kein Flirt?

Vor allem Frauen neigen dazu, Blickwechsel bewusster zu vermeiden. Diese Verhaltensweise entsteht oft, wenn die Frau schon mehrfach und eher plump angesprochen wurde und auf diese Erlebnisse lieber verzichten würde. Ein einfacher, kurzer Augenkontakt wurde dann für echtes Interesse gehalten – und die folgende Anmache war entsprechend unwillkommen.

Wenn die potenzielle Traumfrau im Café dein Interesse weckt, den Blick aber abwendet - dann ist gerade kein besonders guter Zeitpunkt für einen Flirt. Eine offene Körpersprache und gelegentliche Blicke deinerseits sind natürlich immer erlaubt – und laden so vielleicht dazu ein, dass besagte Frau selbst den Blick schweifen lässt.

Augenkontakt © GettyImages

Andersherum kann es auch sein, dass der freundlich wirkende Mann an der Bushaltestelle in Gedanken versunken ist und interessierte Blicke nicht sofort wahrnimmt. Geduld ist hier elementar, ebenso wie eine zugewandte Körperhaltung. Meist ergibt sich eine Gelegenheit, in das Blickfeld des jeweils anderen zu treten.

Tipps für den Blickwechsel ohne Hindernisse:

  • bewusst eine offene Körperhaltung einnehmen, d. h. keine verschränkten Arme oder Beine, Schultern zurücknehmen, Kopf und Oberkörper zur oder zum potenziellen Liebsten hin ausgerichtet;
  • volle 3 Sekunden Augenkontakt halten, wenn er einmal zustandekommen ist, damit er nicht für flüchtig gehalten wird;
  • freundlich lächeln ohne zu grinsen;
  • bei Gruppenaktivitäten gelegentlich aus der Truppe lösen und etwas Abstand einnehmen, dabei Blickkontakt aufbauen beziehungsweise halten.

Sind Mann oder Frau mit Freunden oder Familienangehörigen unterwegs, lädt das eher seltener zum Flirten ein. Schließlich will man die lustige Runde als Fremder nicht stören! Erst wenn etwas Abstand zur Gruppe herrscht, ist das ein guter Moment für einen verbalen Flirtversuch. Auch hier gilt: Blickwechsel aufbauen und über kleinere Etappen hinweg halten. So wird deutlicher, dass eine Annäherung auch wirklich erwünscht ist.

Intime Augenblicke

Liebende versinken nur zu gern im Blick ihres Herzensmenschen. Augen gelten schließlich nicht umsonst als Fenster zur Seele. Die intime Nähe durch den intensiven Augenkontakt hat sogar körperliche Auswirkungen. Atmung und Herzschlag gleichen sich bei längerem Blickkontakt aneinander an. Ganz wortwörtlich schlagen dann zwei Herzen im gleichen Takt.

Erweiterte Pupillen zeigen die steigende körperliche Zuneigung, leicht hochgezogene Augenbrauen und große, weite Augen das starke Interesse daran, noch einen Schritt weiter zu gehen.

Befeuchtet sie die Lippen und blickt er sehnsüchtig zwischen Augen und Mund hin und her? Dann lässt der erste beziehungsweise der nächste Kuss nur noch wenige Atemzüge auf sich warten. Die Spannung lässt sich durch weitere tiefe Augenblicke noch erhöhen – bis sich schließlich beim Kuss die Augen genussvoll schließen.

So schön das Versinken in die Augen des jeweils anderen auch ist, das Gehirn kann nur begrenzt sensorische und visuelle Reize gleichzeitig verarbeiten. Küsse und Berührungen sind in ihrer Reizvielfalt so mächtig, dass die Augen kurzzeitig als Wahrnehmungshilfen ausgeschaltet werden müssen. Wer sich schon einmal in den Armen der oder des Liebsten verloren hat, kennt das Gefühl: Es ist nahezu unmöglich, die Augen konstant offenzuhalten.

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