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Vom Date zur Beziehung

Kennenlernphase: So meisterst du die Übergangsphase

Zwischen dem ersten Date und dem Beginn der eigentlichen Beziehung liegt die berühmt-berüchtigte Kennenlernphase. In dieser aufreibenden Phase entscheidet sich, ob aus dem vielversprechenden Kontakt der nächste Herzensmensch werden kann.

Kennenlernphase: So meisterst du die Übergangsphase © iStock

Phasen während des Kennenlernens

Auch wenn sich Beziehungen immer individuell entwickeln, erfolgt die Entwicklung vom ersten Treffen an, oft in den immer gleichen Schritten:
  1. Wahl
  2. Verführung
  3. Verhandlung
  4. Entscheidung

All das spielt sich zwischen dem ersten Kontakt und dem eigentlichen Beziehungsstart ab. Wobei letztes fließend ist.

Auswählen

Die erste Phase ist im Online-Dating vergleichsweise schnell erreicht: Man empfindet das Profil des jeweils anderen interessant – und nimmt Kontakt auf. Im klassischen Offline-Dating dauert es da unter Umständen etwas länger, bis sich Gelegenheiten für einen Kontakt ergeben.

Allerdings: Beim Online-Dating fahren Männer und Frauen anfangs mehrgleisig – interessante Gesprächspartner und Kontakte werden parallel gepflegt. Der erste schriftliche Austausch gibt ja schließlich noch nicht wirklich preis, wie sich die- oder derjenige bei späteren Treffen geben wird.

Ein sanfter Hinweis auf verschiedene Dating-Kontakte kann angebracht sein, insbesondere wenn es über das erste oder zweite reale Treffen hinaus geht.

Verführen

In der zweiten Phase wird es dann schon interessant. Einige Singles ziehen längere Kennenlernphasen vor, in denen der Austausch vor allem schriftlich oder per Telefon geschieht. Andere treffen sich lieber direkt und so schnell und häufig wie möglich, um die „Chemie“ zu erleben.

Kennenlernphase: So meisterst du die Übergangsphase © istock

Mit Worten, Witz und Charme verführen sie einander. Hier kommt es darauf an: Ziehst du die Sicherheit eines schriftlichen Kennenlernens vor? Speziell für Introvertierte und beruflich stark eingespannte Singles kann das die Lösung sein, um sich die Chance auf eine neue Liebe nicht entgehen zu lassen

Bei einem intensiven schriftlichen Austausch kann sich allerdings schnell ein starkes Nähegefühl entwickeln, man tauscht intimes und privates deutlich schneller und ungehemmter aus als im „realen Leben“ zwischen Kaffee und Kino.

Diese Nähe muss im Kennenlernprozess schließlich doch noch dem realen Treffen standhalten – das gelingt nicht immer. Meist schleicht sich die Kommunikation dann aus, die nächsten Treffen werden aus vorgeschobenen Gründen abgesagt.

In der Kennenlernphase kommt es zwischen der Verführungs- und der Verhandlungsphase irgendwann auch zu Intimitäten: Von zarten Küssen und Kuscheleinheiten bis hin zur finalen Übernachtung mit anschließendem Frühstück ist alles normal und angebracht.

An dieser Stelle schlägt die Biologie voll zu: Das Bindungshormon Oxytocin sorgt dafür, dass wir uns mehr und mehr nach der Nähe unseres Dating-Partners sehnen. Endorphine werden ausgeschüttet, sobald wir der oder dem Liebsten näherkommen.

 Falls dir das aber zu schnell geht:

  • Ablenkungen durch Sport, Freizeitaktivitäten und Beruf halten das Endorphinlevel in Schach!
  • Vernachlässige Freunde und Familie nicht – plane ganz bewusst auch während der Kennenlernphase Treffen mit deinen Lieben ein – vorläufig noch allein.

Auch wenn die Hormone bereits Achterbahn laufen, regelmäßige Kontakte zu vertrauten Freunden schaffen etwas Gleichgewicht zu dem Wunsch, sich hals über Kopf in die aufkeimende Beziehung zu werfen.

Dieser Rat gilt natürlich vor allem für Menschen, die bereits weniger gute Erfahrungen, etwa mit Strohfeuer-Menschen sammeln mussten und es nun ganz bewusst langsamer angehen möchten.

Verhandeln

In der Verhandlungsphase wird aus lockerem Dating mit gemeinsamer Freizeitgestaltung zunehmend etwas Festeres. Kompromisse werden getroffen, Zugeständnisse gemacht und die Weichen für die spätere Beziehung gestellt.

 Jetzt „dürfen“ auch ernstere Themen auf den Tisch:

  • Wie steht es denn ganz konkret um den Beziehungswunsch?
  • Sind Kinder geplant, ausgeschlossen oder ist man noch völlig unentschlossen?
  • Wie wird es beruflich weitergehen, insbesondere was Arbeitsstunden, Wohnort oder Auslandsaufenthalte angeht?
  • Wie steht es um die politische Einstellung und allgemeine Werte?

Das alles ist vielleicht schon vorher angeklungen. Wer keinen Smalltalk mag, vertieft sich vielleicht schon beim zweiten Date intensiv in ernsthafte Debatten und schleicht nicht um ernstere Themen herum.

In der Verhandlungsphase zeigt sich, ob sich beide auf gegenseitige Positionen einlassen können. Lässt sich mit einem nicht so dringenden Kinderwunsch gut umgehen – oder tickt es bei einem selbst so laut, dass jedes Jahr zu viel zu sein scheint?

Wie wird auf Streit- und Kritikpunkte reagiert – sind Diskussionen über unterschiedliche Standpunkte möglich?

Beobachte an dieser Stelle im Kennenlernprozess genau, ob dein Bauchgefühl Warnsignale sendet. Bei allen Schmetterlingen im Bauch, sind bestimmte Verhaltensweisen doch klare Signale, die aufkeimende Beziehung zu überdenken:

  • Cholerisches Streiten „ums Prinzip“ beziehungsweise Rechthaberei um jeden Preis
  • Schmollen beziehungsweise Rückzug in Schweigen/Kontaktvermeidung bei kritischen Themen
  • Ausweichendes, ablenkendes Verhalten, mit dem klärende Gespräche unmöglich bleiben
Entscheiden © iStock

Entscheiden

Forscher der University of California, Davis und University of Texas, Austin haben in einer Studie ermittelt, dass sich ab dem zehnten Treffen eine Entscheidung abzeichnet. Meist ist das der Moment, an dem sich Singles mitten in der Datingphase leicht zurückziehen. Sie müssen sich erst für sich selbst darüber klar werden, wie sich das Kennenlernen entwickelt. Kommen die Gefühle zu schnell? Ist es ein Strohfeuer oder doch ganz klar etwas ernstes?

Gehen Sie den Weg auch nach dem zehnten Treffen weiter, entscheidet sich meist um das 20. Treffen herum, ob aus dem noch lockeren Dating eine ernsthafte Beziehung wird. Falls nicht, stellen Singles entweder den Kontakt ein – oder führen eine lockere Affäre miteinander, ohne Beziehungsabsichten. Auch Freundschaften entstehen an diesem Scheidepunkt.

So oder so: Nach dem 20. Treffen ist es so gut wie immer entschieden und du bist hoffentlich mit deiner großen Liebe fest zusammen!

Strohfeuer-Menschen daten

Manchmal geht es wahnsinnig schnell. Gesehen, verliebt, intensiv Zeit miteinander verbracht – und plötzliche Funkstille. Strohfeuer-Menschen brennen lichterloh – aber nur kurz. Dann ist der erste Funke verbrannt und sie ziehen zum nächsten potenziellen Partner weiter.

Aber solange du einen Strohfeuer-Menschen datest, solange ist alles intensiv: Ihr seid unzertrennlich, verbringt jede freie Minute miteinander. Zig Nachrichten werden ausgetauscht, ihr telefoniert stundenlang. Es gibt Pläne für die Zukunft, vielleicht lernst du auch binnen kürzester Zeit Familie und Freunde kennen.

Das Problem daran ist nur, dass die Kennenlernphase stark verkürzt wird. Stattdessen springst du direkt hinein in die Verliebtheit der ersten Monate einer Beziehung – ohne den beruhigenden Vorlauf eines langsameren Kennenlernens. Sich so schnell aufbauende Gefühle können Angst erzeugen – vor zu viel Nähe, vor der Heftigkeit und der Tiefe der Emotionen. Und so wird das Feuer gedämpft, der Strohfeuer-Mensch zieht sich zurück.

Details in der Kennenlernphase: Wer schreibt wem wann und wie?

Der Einfachheit halber verlagert sich ein guter Teil des Kennenlernens auf soziale Medien und Messenger-Dienste. Damit eröffnen sich fürs Dating aber ganz neue Fragen:

  • Ist es ok, nicht sofort auf jede Nachricht zu reagieren?
  • Sollte ich mit dem Schreiben etwas warten?
  • Schreibe ich zu viel/ zu wenig?
  • Wie lange sind Pausen ok – und wann sind sie ein Zeichen für mangelndes Interesse?
  • Wirke ich zu engagiert, wenn ich sofort zurückschreibe?

Kurzgefasst: Wie viel Kontakt ist in der Kennenlernphase normal, ohne bedürftig oder verschlossen zu wirken?

Das lässt sich zwar nicht verallgemeinern, aber um dem künftigen Herzensmenschen näher zu kommen, ist regelmäßiger Kontakt natürlich wichtig. Klug wäre es, sich schon in den ersten Nachrichten darüber zu verständigen, wer wie viel kommuniziert – und wie.

Dann zeigt sich vielleicht, dass die Pflegefachkraft am liebsten spontane kurze Nachrichten per Whatsapp schickt, während die beruflich stark eingespannte Managerin es vorzieht, abends zu telefonieren.

Details beim Dating in der Kennenlernphase: Wer zahlt, wer lädt ein, wer organisiert? © iStock

Details beim Dating in der Kennenlernphase: Wer zahlt, wer lädt ein, wer organisiert?

Nachdem die 50er mit ihren eher starren Dating-Regeln schon länger vergangen sind, ist es eher eine Frage des individuellen Geschmacks, wer zahlt.

Häufig sieht sich der Mann in der Pflicht, zumindest zum ersten Date einzuladen. Ihr könnt aber genauso gut bei der Planung besprechen, ob jeder selbst zahlt – oder einer den anderen einladen mag.

Vielleicht wechselt ihr euch auch ab, wenn ihr gemeinsam Museen besucht, einen Kaffee trinkt oder ein Eis an der frischen Luft genießt.

Ähnlich wie bei der Planung und der Organisation der weiteren Dates sollte ein gewisses Gleichgewicht herrschen. Zieht sich einer von zweien aus diesen Dingen heraus und verhält sich eher passiv, kann das einen Ausblick auf das spätere Beziehungsverhalten werfen.

Introvertierte oder schüchterne Menschen nutzen am besten die Gelegenheit, eher ruhigere Orte für Dates auszusuchen oder Aktivitäten vorzuschlagen, mit denen sie gut umgehen können.

Komplizierte Kennenlernphasen

Das erste Dating nach einer schweren Trennung, nach Scheidung oder einem Todesfall kann kompliziert werden. Alleinerziehende geraten schnell in Zeitnot, wenn Kinder versorgt werden wollen und Kindergarten oder Schule den Alltag bestimmen. Auch Jobs mit Schichtzeiten oder vielen Wochenstunden erschweren das erste Kennenlernen.

Damit das Dating trotzdem gelingt, sprecht miteinander:

  • Welche Arbeits- oder Dienstzeiten müssen beachtet werden – und lässt sich mit etwas Geschick freie Zeit durch Überstundenabbau oder Diensttausch erreichen?
  • Wie hält ihr ganz praktisch Kontakt, wenn reale Treffen wegen der Arbeit oder der Familie weiter auseinander liegen?
  • Sprecht ihr lieber länger am Telefon miteinander – oder tauscht kleine Nachrichten mit Alltagsgeschehen aus?
  • Wie viel „Pause“ ist ok zwischen Treffen und Nachrichten, ab wann wird es für einen oder auch für beide kritisch? 

Für Menschen nach einer Trennung, Scheidung oder Todesfall gestaltet sich die erste ernsthafte Kennenlernphase oft noch etwas schwieriger. Unvermeidlich wird die bisherige Partnerin beziehungsweise der Partner zum Vergleich herangezogen – im Guten wie im Schlechten.

Lege die Karten am besten offen auf den Tisch, wenn du eine Trennung noch nicht ganz überwunden hast und dir Geduld vom potenziellen Herzensmenschen erhoffst. Diese Art von klaren Ansagen kann dazu führen, dass der Kontakt verebbt. Diese Offenheit kann aber genauso gut dazu führen, dass sich dein Gegenüber noch ein bisschen mehr in dich verguckt.

Kennenlernphase – oder doch schon Beziehung?

Oft sind die Übergänge fließend. Gerade noch lockeres Dating, jetzt schon gemeinsame Urlaubsplanung und Familienfeste im geteilten Online-Kalender. So manches glückliche Paar kann den exakten Zeitpunkt gar nicht mehr benennen, an dem sie zusammenkamen. Andere legen das Datum nachträglich fest, etwa auf den ersten Kuss oder die erste Übernachtung.

Brauchst du Gewissheit? Dann frage nach, wohin die Reise geht. Nicht unbedingt bei den ersten zwei bis drei Treffen. Aber um den vierten oder fünften Monat mit exklusiven Treffen und viel gemeinsam verbrachter Zeit ist es schon ratsam, sich verbindlich über die Zukunft zu unterhalten.

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