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Vom Date zur Beziehung

Sexuelle Wünsche und Vorlieben ansprechen - Vom richtigen Zeitpunkt

Wir sind glücklicherweise in einem Zeitalter angekommen, in dem Sex nicht ausschließlich zur Sicherung des menschlichen Fortbestandes dient ... Heutzutage wird mit dem Thema wesentlich offener umgegangen, als dies noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Jeder ist sich einig: Sex soll Spaß machen - und zwar allen Beteiligten. Doch eine derart aufgeschlossene Gesellschaft und Medienwelt lässt den Einzelnen schnell prüde wirken. Denn häufig ist es gar nicht so leicht, seine eigenen sexuellen Vorlieben zu äußern. Insbesondere dann, wenn eine Partnerschaft erst seit kurzer Zeit besteht. Schließlich möchte man nicht schon zu Beginn Unbehagen beim Partner befördern oder den Eindruck erwecken, er sei nicht gut genug. Daher ist es von Vorteil, sich zeitig mit dem Gedanken auseinanderzusetzen, wie das Thema am besten angesprochen werden kann und wann der richtige Zeitpunkt für eine derartige Unterhaltung ist.

Ein Paar im Bett Wann sollte man sexuelle Vorlieben ansprechen?  –   © istockphoto.com

Die Äußerung sexueller Wünsche: Lust oder Frust?!

Allzu oft werden sexuelle Präferenzen für sich behalten, da man den Partner nicht verletzen oder vor den Kopf stoßen möchte. An sich ein wirklich nobler Gedanke. Schließlich zeigt er, dass einem die Gefühle des Anderen am Herzen liegen. Wohingegen diese bei einem One-Night-Stand keine große Rolle zu spielen scheinen. In der Regel wird hier ungeniert darüber Auskunft gegeben, was einem gefällt. Logisch: Immerhin steht buchstäblich nur eine Nacht zur Verfügung, weshalb der Sex möglichst schnell auf ein möglichst gutes Level gebracht werden will. Die Hemmschwelle, über eigene Vorlieben zu sprechen, ist entsprechend eher niedrig ...

Warum steigt sie an, wenn einem der Sexualpartner etwas bedeutet?

Je wichtiger einem der Mensch ist, desto eher steigt die Angst, zurückgewiesen zu werden. Trotz aller Aufgeklärtheit und Offenheit für sexuelle Erfahrungen, mischt sich nach wie vor etwas Scham unter, wenn mit dem neuen Partner darüber gesprochen werden soll, wie man es am liebsten hat. Immerhin besteht das Risiko, dass dieser die eigenen Vorlieben so gar nicht teilt. Ob dies so wäre oder nicht, bleibt jedoch ungeklärt, wenn man es nicht thematisiert.

Lust!! Warum es in Ordnung ist, sexuelle Wünsche zu äußern

Zum anderen sind auch die Bedenken, den anderen damit vor den Kopf zu stoßen, unangebracht. Vielmehr wäre es ungerecht, nicht über sexuelle Bedürfnisse zu sprechen. Wenn der andere nicht weiß, was einem gefällt, wird er einen auch nicht angemessen befriedigen können, was langfristig beide Partner unzufrieden stimmt. Daher ist es enorm wichtig, von Anfang an offen mit dem Thema Sex umzugehen, um Hemmungen erst gar nicht aufkommen zu lassen. Kommunikation ist in Beziehungen ebenso wichtig wie guter Sex, bei dem beide auf ihre Kosten kommen. Daher sollten folgende Dinge möglichst zeitig geklärt werden:

  • Verhütung
  • Absolute No-Gos
  • Allgemeine Vorlieben für bestimmte Stellungen, die Verwendung von Sextoys oder besondere Praktiken
     

Besonders extravagante Wünsche sollten besser erst dann angesprochen werden, wenn in Sachen Sex etwas Routine eingekehrt ist. Fetische und dergleichen können auf Menschen, die bisher keinerlei Erfahrung mit solchen Dingen gemacht haben, tatsächlich etwas befremdlich wirken. Daher ist eine solide Vertrauensbasis empfehlenswert, wobei dies natürlich auch immer eine Frage der Persönlichkeit ist. Im Laufe der Zeit wird man seinen Partner diesbezüglich gut einschätzen können.

Zeigen statt verbal anweisen

Zwar ist es vorteilhaft, Sex relativ früh offen zum Thema in der Partnerschaft zu machen, allerdings kann es zu Beginn auch die Spannung rauben. Die ersten Male mit einem neuen Partner sind von Aufregung dominiert, eben weil man nicht genau weiß, was der andere mag oder was einen selbst erwartet. Daher kann es mitunter schöner und aufregender sein, wenn der Sex nicht zerredet, sondern vielmehr genossen wird. Unter Umständen entdeckt man dabei Dinge, von denen man selbst noch nicht wusste, dass sie einem gefallen ...

Sollte es jedoch Dinge geben, auf die beim Sex keinesfalls verzichtet werden will, wie beispielsweise eine bestimmte Stellung, in der der Orgasmus besonders intensiv erlebt werden kann, sollte man dem Partner einfach zeigen, was man will. Insofern beide etwas Erfahrung in Sachen Sex haben, wird schon verstanden werden, was damit gemeint ist, wenn die Hand an eine bestimmte Stelle geführt oder der Körper für die eine besondere Stellung günstig ausgerichtet wird. Auf die Weise kann auch ohne Worte signalisiert werden, was man gerade gerne tun würde.

Eine Ausnahme:

Was man jedoch besser nicht "zeigt", ist, wenn man oral befriedigt werden möchte, ohne dass der Partner dies von sich aus tut. Insbesondere zu Beginn einer Partnerschaft kann dies für sensiblere Persönlichkeiten erniedrigend empfunden werden, wenn der Kopf langsam in immer tiefer liegende Regionen geleitet wird. Wenn es für den Partner nicht ohnehin zum "Standard" gehört, redet man also besser darüber.

Der richtige Zeitpunkt für ein Gespräch

... ist für jeden wann anders. Für manche Paare bietet es sich an, während des Sex zu sagen, was einem gerade gut gefallen würde, wohingegen das für andere absolut undenkbar wäre, da es für sie die Stimmung kaputtmachen würde. Manchmal kommen Paare automatisch auf das Thema, nachdem sie miteinander geschlafen haben. Sei es, weil nachgefragt wird, ob es einem gerade eben gefallen hat, oder ob generell darüber gesprochen wird, was man im Bett besonders mag. Wieder andere nehmen Zeitungsartikel, Filme, Fernsehreportagen, Geschichten von Freunden usw. zum Anlass, auch über die eigenen sexuellen Wünsche zu sprechen - egal wo.

Den Partner nicht vor den Kopf stoßen

Frau flüstert Mann ins Ohr Vorliebe äußern ohne zu verletzen...  –   © Fotolia

Natürlich ist es begründet etwas gehemmt zu sein, wenn es darum geht, offen über das zu sprechen, was einem gefällt. Denn es ist tatsächlich naheliegend, dass der Partner es als eigene Unzulänglichkeit auffasst, wenn angemerkt wird, was man beim Sex gerne hätte. Deswegen ist es wichtig, das Thema so gut wie möglich rüberzubringen. Vorlieben zu äußern heißt zwar nicht automatisch, dass der Sex bisher schlecht war, kann allerdings schnell so aufgefasst werden.

Daher sollte unbedingt darauf hingewiesen werden, was einem bisher gut gefällt, und was beibehalten werden soll. Entsprechend sollte nach Anknüpfungspunkten gesucht werden, also nach Dingen, die ohnehin schon gemacht werden, die sich aber gut dazu eignen, das zu integrieren und weiterzuführen, was man gerne hätte:

  • "Wenn du dieses und jenes machst, finde ich das richtig gut, vielleicht wollen wir beim nächsten Mal probieren, noch ein Stück weiter zu gehen und dieses und jenes machen."

Zudem hört es sich besser an, wenn Sätze gewählt werden, die mit "Ich" anfangen und eine Konjunktion im Sinne von "auch, außerdem etc." enthalten, da diese suggerieren, dass bisherige Praktiken als ebenfalls gut erachtet werden. Entsprechend fühlt es sich besser an Folgendes gesagt zu bekommen:

  • "Ich finde es außerdem total schön, wenn ich hier und da angefasst werde."

Statt zu hören:

  • "Du könntest mich mal hier und da anfassen."

Insofern der Partner nicht von selbst eigene Wünsche äußert, sollte nachgefragt werden.

  • "Was wünscht du dir? Was gefällt dir besonders? Kann ich etwas anders machen, um den Sex für dich noch besser zu gestalten?"

Auf diese Weise wird signalisiert, dass die Äußerung eigener Wünsche nicht zu dem Zweck passiert, den anderen zu kritisieren, sondern vielmehr, um das gemeinsame Sexleben entsprechend der individuellen Bedürfnisse zu gestalten.

Die Kommunikation über Sex in die Partnerschaft integrieren

Zu sagen, was man will, ist nicht nur zu Beginn einer Partnerschaft wichtig, sondern auch im weiteren Verlauf. Eine Beziehung lebt von Liebe, wozu ebenfalls gehört, in sexueller Hinsicht zu harmonieren und langfristig zufrieden zu sein. Entsprechend sollte es angesprochen werden, wenn die Sexualität einzuschlafen droht und durch kreative Vorschläge wieder aufgepeppt werden möchte. Auch sollte man ansprechen, wenn einem der Sinn nach neuen Dingen steht, da sich Vorlieben im Verlauf der Zeit ändern können. Wichtig ist nur, sich zu trauen, die Dinge anzusprechen. Denn egal, in welcher Phase einer Beziehung man sich gerade befindet:

Die Unzufriedenheit, die durch unbefriedigten Sex entstehen kann, ist um so vieles schädlicher für eine Partnerschaft als das kurze Unbehagen, das entstehen kann, wenn über Sex oder individuelle Vorlieben gesprochen wird.

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